55. Die bemerkenswerthesten Kriege'u. Feldziige d. Römer währ, dieser Periode. 163
nien und Hispanien unterwarf! Im J. 267 erhob sich aber Lol-lianus, einer seiner Legaten, gegen ihn und Hess ihn, obgleich er vonihm besiegt wurde, zugleich mit seinem Sohne, welchen er zum Cäsarernannt hatte, umbringen. Lollianus erklärte sich zum Kaiser. Nacheinigen Monaten tödtete ihn ein anderer Legat, Victorinus, und tratan seine Stelle. Er zeigte grosse Gaben, aber noch grössere Laster, undwurde mit seinem Sohne zugleich ermordet. Seine Mutter Victoria Hessnun einen gewissen Marius zum Kaiser ernennen, der sich durch Tapfer-keit auszeichnete, aber schon nach 3 Tagen wurde er durch einen Waffen-gefährten, dem er verächtlich begegnete, ermordet. Victoria's Einflusswar so gross, dass sie einen neuen Kaiser für Gallien, Britannien undHispanien aufstellte mit Namen Tetricus , einen Mann aus altpatrici-schem Geschlechte, der sich ganze 6 Jahre behauptete.
So herrschte also während der Regierung des Gallienus in der römi-schen wie in der barbarischen Welt ein solches Chaos, dass Niemandvorhersehen konnte, was daraus werden würde, Jedermann aber im rö-mischen Reiche war überzeugt, dass, solange Gallienus am Leben sei, esunmöglich sei an die Wiederherstellung der Einheit desselben zu denken.Endlich fassten sogar die ihm am meisten ergebenen Unterfeldherren denEntsehluss ihn zu tödten. Die Gelegenheit dazu bot sich im J. 268 dar,als die Douaulegionen ihren Feldherrn Aureolus zum Imperator er-nannt hatten und forderten, dass er sie nach Italien führe. Gallienus, derum diese Zeit in Illyrien gegen die Gothen kämpfte, übergab den Ober-befehl an die Legaten Claudius und Marcian und wandte sich miteinem zweiten Heere gegen Aureolus, schlug ihn, nöthigte ihn sich inMailand einzuschliessen und belagerte ihn daselbst. Claudius und Mar-ianus schlugen die Gothen in Illyrien in mehreren Treffen. Claudiuswollte sie gänzlich aufreiben. Mafcianus aber hielt ihn davon ab, dieGothen zogen zurück, und Claudius und Marcian führten. nachdem sieIllyrien von Jenen gesäubert hatten, ihre Legionen nach Mediolanumdem Gallienus zu. Dort bildeten während der Belagerung der praefectuspraetorio Heraclianus und die Legaten Marcian und Cecropiuseine Verschworung gegen des Gallienus Leben, sie erhoben in der Nachtfalschen Lärm, in der Finsterniss und Verwirrung ward Gallienus durchirgendwen mit dem Dolche in die Brust verwundet. vermochte indessennoch vor seinem Tode zum Nachfolger einen seiner besten Legaten zubestimmen, den oben erwähnten Marcus Aurelius Claudius, wel-cher auch vom Heere und Volke anerkannt wurde und in der Geschichteunter dem Namen Claudius IL (268—270) bekannt ist. Währendseiner wenn auch kurzen Regierung konnte das römische Reich freieraufathmen, denn Claudius stellte Einheit, Ruhe und für kurze Zeit auch
Sicherheit nach aussen wieder her.
ll*