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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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162 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

den Schlüssel von Achaja oder Griechenland. Da sie diese Stadt nichteinzunehmen vermochten. so drangen sie in Epirus und Acarnanien einund kehrten, unterwegs Alles verheerend und plündernd, mit unermess-'licher Beute in ihre Heimath zurück.

Auf die Kunde von den Einfällen der Barbaren brach Gallienus ausGallien gegen sie nach Italien auf, traf aber erst ein . als sie bereits ab-gezogen waren. Byzanz, das dem Macrianus den Durchgang gestattethatte, behandelte er mit äusserster Grausamkeit. Die Einfälle der nörd-lichen Völker dauerten während der ganzen Zeit seiner Regierung fort(259268). genauer sind die Jahreszahlen aus den unvollständigenBruchstücken der gleichzeitigen Historiker und der späteren Abbrevia-turen schwer zu bestimmen. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dassdie illyrischen. griechischen und kleinasiatischen Provinzen, sowie dieInseln des Aegäischen Meeres und Griechenland selbst diesen verheeren-den Angriffen am meisten ausgesetzt waren. und dass alle EroberungenTrajan's jenseits der Donau den Römern entrissen wurden. Die Hernier,ein gothischer Stamm, werden in der Geschichte zum ersten Male er-wähnt. Nach Angabe des Trebellius Pollio erschienen sie zuerst aufeiner Seeräuberflotte aus dem Palus Maeotis lAsowsches Meer) in demPontus Euxinus, eroberten Byzanz und Chrysopolis. landeten im Pelo-ponnes , plünderten und verwüsteten das Land (nur Athen entging ihrerPlünderung durch die Vertheidigung des tapferen Dexippus; und kehrtendurch Böotien, Epirus und Thessalien zurück. In der Nähe des FlussesNessus wurden sie aber von Gallienus geschlagen, und ihr Führer Nau-lobatus bat um Frieden und erhielt diesen. In der Provinz Pontus er-litten sie eine zweite Niederlage durch Odenatus. der Rest derselbenkehrte zu Schiffe nach Hause zurück. Kurz nachher wurde Odenatuszugleich mit seinem Sohne Herodes von einem seiner Verwandten er-schlagen aus Rache für eine persönliche Beleidigung. Nach seinem Todetrat seine Wittwe Zenobia für ihre jüngeren Söhne die Regierung desOrients an und herrschte mit Weisheit, Festigkeit und Kraft.

Im Innern des unglücklichen römischen Reiches erschienen unter-dessen fast gleichzeitig mehrere selbsternannte Kaiser. So riefen inGallien die mit Gallienus unzufriedenen Legionen im J. 261 seinen Le-gaten Postumus zum Kaiser aus. welcher 7 Jahre lang weise und ge-recht regierte, und, bürgerliche und militäriche Tugenden in sich ver-einend, in den Truppen die Disciplin herstellte, die Franken und übrigenGermanen aus Gallien vertrieb und sie zu seinen Verbündeten gewann.Vergebens suchte Gallienus im J. 265 sich dieses gefährlichen Gegnerszu entledigen, er wurde im Kampfe selber durch einen Pfeilschuss ver-wundet und gab den Krieg gegen ihn auf, £o dass Postumus noch3 Jahre lang in Gallien Imperator blieb und sogar Britau-