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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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54. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldzüge d. Körner währ, dieser Periode. 161

Quietus ermorden und seinen Leichnam von der Mauer herabweri'en,worauf Odenatus die Belagerung aufhob; Balista bemächtigte sich nunder Schätze des Quietus und nahm den Purpur, den er 3 Jahre trug, biser auf Odenatus' Befehl von seinen eigenen Truppen getödtet wurde.'Gallienus ernannte den Odenatus zum Kegenten des Orients [Dux Orien-tis), wo Odenatus dann glücklich und ruhmreich bis zum J. 268 herrschte.Er hielt die Perser im Zaum, erhielt Buhe und Frieden im Orient auf-recht und blieb dem Gallienus treu, obschon er ihm an Kräften überlegenwar. Aus Dankbarkeit hierfür machte ihn Gallienus zum Augustus odererlaubte ihm wenigstens sich des Kaisertitels zu bedienen. Er feierteübrigens den gar nicht von ihm . sondern von Odenatus über die Persererfochtenen Sieg durch den Triumph, für die Befreiung seines Vatersaber aus persischer Gefangenschaft that er nicht die geringsten Schritte.

Im J. 262 entstand zu Alexandria um einer geringfügigen Ursachewillen ein Aufruhr. Aemilian, der Präfekt von Aegypten, der trotzeines blutigen Krieges mit den Empörern sie nicht zu überwinden undzur Buhe zu bringen vermochte, nahm die Kaiserwürde an und vereinigtedadurch Volk und Heer, denn beide hassten die Regierung des Gallienus.Ganz Aegypten fiel dem Aemilian zu, und dieser regierte nun einige Zeitmit weiser Mässigung, wies die Einfälle der Araber zurück und traf schonAnstalten zu einem Kriege gegen die Inder, als Gallienus den ProconsulTheodotus gegen ihn entsandte. Aemilian wurde von diesem ge-schlagen , zog sich nach Bruchium, eins der grössten Stadtviertel vonAlexandria, zurück und wurde darin belagert. Endlich fiel er, wahr-scheinlich durch Verrath, in des Theodotus Hände. Dieser sandte ihnvor Gallienus, und auf des Letzteren Befehl ward er hingerichtet.

Im J. 265 empörten sich die Legionen in der Provinz Afrika gegenGallienus und ernannten den Celsus zum Kaiser, ermordeten ihn jedochnach 6 Tagen. Sogar in Isaurien, einer durch Räubereien berüchtigtenLandschaft am Ostufer des Pontus Euxinus, nahm der Seeräuber Tre-bellianus den Purpur, er wurde aber im Kampfe gegen des TheodotusBruder Causisoleus geschlagen und getödtet. Dessen ungeachtetsetzten die Isaurier ihre räuberischen Einfälle in römisches Gebiet fort,während die Germanen, Gothen und Sarmaten dasselbe an Rhein undDonau thaten. Diese Völker überschwemmten buchstäblich Gallien, Ita-lien, Illyrien und die Donauprovinzen. Während Gallienus die germani-schen Franken in Gallien bekämpfte, stellte der Senat den Alemannen inItalien ein starkes Heer entgegen, welches zwar die Feinde vom Angriffauf Rom abhielt, sie aber doch nicht verhindern konnte, ganz Nord- undMittelitalien auszuplündern und zu verwüsten. Zu gleicher Zeit fiel der-jenige Theil der Sarmaten und Scythen, welcher in Illyrien eingebrochenwar, in Thracien und Macedonien ein und belagerte sogar Thessalonich,

Galitzin, AUgera. Kriegsgeschichte. 1, ö. l\