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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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156 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Eeiches.

gab es im Innern des Reiches ebenso viele Kaiser wie Armeen, und diesesogenannten dreissig Tyrannen bekämpften und drangsalirten sichgegenseitig und zugleich das unglückliche römische Reich. Daher istdiese ganze Periode ausgefüllt von äusseren und inneren Kriegen, welchein kriegerischer wie in politischer Beziehung insofern von Interesse sind,als sie von den besten römischen Feldherren geführt wurden, welchedurch ihre Armeen zu Kaisern ausgerufen worden waren.

Diese Kriege begannen damit, dass, als kaum Rom feierlich und mitgrosser Pracht im J. 248 unter Philippus sein lOOOjähriges Bestehenbegangen hatte, an Rhein und Donau die Germanen, Gothen, Sarmatenund Scythen und am Euphrat die Perser ihre Angriffe auf das römischeReich von Norden und Osten her eröffneten. im Inneren aber die syri-schen Legionen einen angeblichen Verwandten des Alexander Severus,Jotapianus, die mösischen dagegen zur selben Zeit den CenturionenCarvilius Marinus mit dem Purpur bekleideten. Philippus entsandtesogleich den Legaten Decius zur Unterdrückung des Aufstandes nachMösien. Aber sowohl Jotapian wie Carvilius wurden bald von ihren auf-rührerischen Truppen umgebracht, und die mösischen Truppen riefennun den Decius zum Kaiser aus. Ihnen schlössen sich die pannonischenLegionen an, und nun setzte sich Decius an ihrer Spitze nach Italien inMarsch , Philippus aber zog ihm entgegen. Bei Verona stiessen sie aufeinander, und in der hier stattfindenden Schlacht wurde Philippus besiegtundgetödtet (249).

Decius sah sich bald gezwungen, gegen die Gothen zu marschiren,welche in unermesslicher Schaar die Donau überschritten hatten, in Illy-rieu, Thracien und Macedonien eingedrungen waren waren und Nicopolisbelagerten. Bei des Decius Annäherung hoben sie die Belagerung auf,warfen sich-aber auf eine wichtige Stadt. Philippopolis, um entwedersich derselben zu bemächtigen oder Decius zur Schlacht zu nöthigen, undsie reüssirten mit Beidem: sie besiegten den Decius, nahmen und plün-derten Philippopolis und machten fast alle Einwohner nieder. Unter denvon ihnen gefangen Genommenen befand sich auch Priscus, Bruder desDecius , den sie nun zwangen sich zum Kaiser zu proklamiren, so dasssie als seine Verbündeten den Krieg gegen Decius fortsetzten (250). DerLetztere griff, nachdem er ein neues Heer zusammengebracht, sie aufsNeue an, trieb sie von allen Seiten in die Enge und schnitt sie von derDonau ab, so dass sie schon bereit waren ihre ganze Beute fahren zulassen, wenn ihnen Friede und freier Rückzug gewährt werde. Deciusaber wollte sie vollständig vernichten, um dadurch die nördlichen Völkerzu schrecken und sie von weiteren Einfällen in die römischen Grenzenabzuhalten. Dadurch zwang er die Gothen zur verzweifeltsten Gegen-wehr; in dem mörderischen Kampfe mit ihnen wurde er besiegt und