55. Die bemerkenswertesten Kriege u. Feldzüge d. Kömer währ, dieser Periode. \ 55
gegen Sapor. Indessen kam der Frühling 242 heran, ehe Gordianus miteinem Heere durch Moesien und Thracien vorrückte. Nachdem er dortdie Gothen und Sarmaten, welche in diese beiden Provinzen eingefallenwaren, zurückgeschlagen, überschritt er den Hellespont, zog nach Syrienund eröffnete den Krieg so lebhaft und nachdrücklich, dass Sapor sichschleunigst in sein eigenes Gebiet zurückzog, den Uebergang über denEuphrat von den Bewohnern mit Golde erkaufend. Nachdem GordianusAntiochia befreit und die Perser aus Syrien vertrieben hatte, ging aucher über den Euphrat, schlug die Perser in der Nähe von Rasäna, entrissihnen Carrhae und Nisibis und brachte Mesopotamien wieder unter rö-mische Botmässigkeit (242). In seinem Berichte an den Senat schriebGordianus gerechter Weise die Ehre der erlangten Erfolge hauptsächlichseinem praefectus praetorio (Leibwachen-Oberst) Misitheuszu, einemwirklich ausgezeichneten Manne. In Folge dessen erkannte der Senatdem Gordianus den Triumph mit vier Elephanten, dem Misitheusaber mit vier Pferden zu (d. h. in damit bespannten Wagen).
Inmitten seiner Anstalten zur Fortsetzung des Krieges gegen diePerser wurde aber Gordianus im J. 243 seines Führers Misitheus beraubt,der wahrscheinlich durch den Legaten Philipp us, einen Araber, wel-cher heimlich nach der kaiserlichen Macht strebte, vergiftet worden war.Von Gordianus an des Misitheus Stelle gesetzt, suchte er die Truppenvon Gordianus abwendig zu machen und hielt, während sie nach Ctesi-phon marschirten, absichtlich die mit den Lebensmitteln beladenen Schiffeauf, den dadurch entstandenen Mangel an Unterhalt auf Gordianus schie-bend. Das darüber unwillige Heer forderte laut, dass Gordianus denPhilippus zu seinem Mitregenten mache, und kaum hatte Gordianus diesgethan, so wurde Letzterer auf Befehl des Gordianus umgebracht, welchersich nun selbst zum Kaiser ausrief (im Februar 244). Er schloss Friedenmit den Persern, führte sie nach Syrien zurück, gewann sie durch reicheGeschenke für sich und wendete sich nach Rom, nachdem er seinen BruderPriscus zum Befehlshaber der syrischen Legionen ernannt hatte.
§. 383.Innere und äussere Kriege von Philippus bis Claudius (249—268).
Der 20jährige Zeitraum von der Feier der 1 000jährigen Grün-dung Rom's im J. 248 bis zum Begierungsantritt des Claudius IL imJ. 268 ist dadurch bemerkenswerth, dass das ungeheure römische Reichunter den Stössen der inneren und äusseren Feinde in dieser Zeit fastzusammengebrochen wäre. Während die Franken, Alemannen, Gothen,Sarmaten und Scythen von Norden her, die Perser von Osten her gleich-zeitig das Reich umschlossen und mit Grimm sich auf dasselbe stürzten,