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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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54. Die beinerkenswerthesten Kriege u. Feldziige d. Römer währ, dieser Periode. 135

doppelten Krieg- gegen Parther und Germanen zu vermeiden, schloss mitden Ersteren Frieden und kehrte seine Hauptkräfte gegen die Letzteren.Derselbe Grund aber bewog die Marcomannen ihre Kräfte zu vermehren,während die römischen Truppen durch eine aus dem Orient eingeschleppteSeuche sehr geschwächt wurden. Deshalb wurde der marcomannischeKrieg für das römische Reich so furchtbar und so gefährlich, dass MarcAurelius selber und seine Zeitgenossen ihn mit dem Einfall der Cimhernund Teutonen, ja sogar mit dem zweiten punischen Kriege verglichen.Deshalb wurden aber auch von den Kömern ganz ausserordentlicheR ü s t u n g e n d a z u g e t r o f f e n, nämlich : in das Heer wurden als Frei-willige eingestellt Sklaven, Gladiatoren, deren es in Rom und Italiensehr viele gab, sogar Räuber aus Dalmatien und Dardanien und endlichgermanische Söldner. Marc Aurel, der den unfähigen Veras weder inRom zurücklassen noch ihm die Führung des Krieges anvertrauen mochte,erklärte es in voller Senatsversammlung für unerlässlich, dass beideKaiser in Person die Armee befehligten. Im J. 166 gingen sie nach Apu-lien und brachten den Winter dort zu, um im folgenden Frühjahr denFeldzug möglichst früh eröffnen zu können. Unterdessen knüpften siemit den Germanen mehrfache Unterhandlungen an, welche Verus beson-ders kräftig unterstützte, da er weit lieber an den Vergnügungen Roms,als an dem Kriege theilnehmen wollte. Zum Glück starb er auf demMarsche , und Marc Aurel konnte nun ganz frei nach eigenem Ermessenhandeln. Es scheint übrigens, dass der einzige Vortheil, welchen dieRömer in diesem dreijährigen Kriege davontrugen, der war, dass sie dieGrenzen von Italien und Illyrien befestigten und sicherten.

Während Marc Aurel nach dem Tode des Verus in Rom die erforder-lichen kriegerischen Maassnahmen traf, wurde der Präfekt der Präto-riäner, Vindex, von den Marcomannen aufs Haupt geschlagen und ver-lor an 20000 Mann. Die Sieger drangen bis Aquileja vor und belagertenes, nur mit Mühe vermochte sich diese Stadt gegen sie zu halten. Aufdie Nachricht hiervon eilte Marc Aurel aus Rom nach Aquileja und führte5 Jahre nacheinander einen thätigen Krieg gegen die Marcomannen,ohne auf den Rath seiner Freunde zu achten, welche diesen beschwer-lichen und gefährlichen Krieg zu beendigen riethen, vielmehr festentschlossen, den Feind nicht allein abzuwehren, sondern sogar zu unter-werfen (170). Vier Jahre später baten Marcomannen und Jazygen umFrieden. worauf Marc Aurel sich gegen die Quaden wendete und sie ineiner blutigen Schlacht besiegte, wie Dio Cassius erzählt, mit Hülfeder sogenannten legio ficlminatrix. Hierbei gerieth der Konungoder Fürst der Quaden in Gefangenschaft, welcher, weil von ihnen ohneGenehmigung Marc Aurel's gewählt, in Alexandria eingekerkert wurde.Darauf zwang Marc Aurel nach und nach einen grossen Theil der auf-