54. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldziige d. Körner währ, dieser Periode. ] 33
im Orient seinem Nachfolger Hadrian anvertrauend, welcher zwar per-sönlich tapfer, aber nicht kriegerisch und unfähig zu energischer Fort-führung des Krieges war. der mit jedem Tage schwieriger wurde. Soging den Römern noch bei Lebzeiten Trajan's (er starb am 11. Aug. 1 \ 7)*)ein grosser Theil der von ihm gemachten Eroberungen in Asien wiederverloren. Die Parther vertrieben den Parthamaspathes und erwähltenaufs Neue den Chosroes. Armenien und Mesopotamien schüttelten dasrömische Joch ab und stellten ihre Unabhängigkeit unter dem Scepterihrer eigenen Könige wieder her.
§. 373.Kriege Marc Aurel's (161 — 180).
Der erste bedeutende Krieg desselben war der mit den Parthern.Ihr König Vologeses IL (oder Vologäsus hatte bei Lebzeiten des Vor-gängers Marc Aurel's, Antoninus, grosse Vorbereitungen zu dem Kriegegegen die Römer getroffen, wahrscheinlich um die vielen Niederlagenund Demüthigungen der Parther durch Trajan zu rächen. Armenien,dieses beständige Objekt des Krieges zwischen Parthern und Römern,war von inneren Unruhen zerrissen. Vologeses beschloss davon Nutzenzu ziehen und es sich zu unterwerfen. Im J. 161 fiel er in dasselbe ein.Der römische Legat Severianus zog seinerseits aus Cappadocien ebendorthin, wurde aber durch den parthischen Feldherrn Osroes in derFestung Elegia eingeschlossen, hielt sich lange in derselben, hatte vonfurchtbarer Hungersnoth zu leiden, wollte aber sich durchaus nicht er-geben und wurde schliesslich bei Erstürmung der Stadt mit seinen Sol-daten niedergemacht. Darauf fiel Vologeses von der andern Seite her inSyrien ein, besiegte daselbst den römischen Legaten Cornelia uns undwiegelte das ganze Land gegen die Römer auf.
Marc Aurel schickte den Verus, seinen Mitregenten, Nachfolgerund Schwiegersohn, mit einer Armee nach Syrien und Armenien. Diesermarschirte aber so langsam und gab sich unterwegs solchen Aus-schweifungen hin. dass er in Canusium erkrankte und erst sehr spät inAntiochia eintraf, wo er mit orientalischer Ueppigkeit lebte, während erdie Führung des Krieges den Legaten Statins Priscus. AvidiusCassius uud Martius Verus übertrug. Von diesen vereinigte na-mentlich der Letztere in sich die Eigenschaften eines ausgezeichnetenFeldherrn und geschickten Politikers. Schwer genug waren für diese
*) Auf der Rückreise nach Kom in Selinus. Seine Tugenden hatten ihm denBeinamen Optimas erworben; »felicior Aur/usto, melior Trajano« wurde sprichwörtlich.
Anmerk. d. Uebers.