53. Die bemerkenswerthesten Kriege u, Feldziige d. Römer währ, dieser Periode. 121
bündeten Ubiern und Trevirern an sich, aber gleich beim Beginn desTreffens mit ,Civilis wandten sich diese zur Flucht, und Lupercus wargenöthigtin den Verschanzungen des Lagers bei Castra vetera (Xantenam Unterrhein) Schutz zu suchen.
Zu gleicher Zeit erreichten von Civilis gesendete Boten die Hülfs-cohorten der Canninefaten und Bataver, welche sich auf dem Marschenach Rom befanden, und gaben ihnen Nachricht von dem in Batavienausgebrochenen Aufstande. Vergebens bemühte sich Hordeonius sie auf-zuhalten, sie kehrten zum Niederrheine um und forderten, vor Bonn an-gelangt, wo Herennius Gallus mit einer Legion stand, freien Durch-zug. Herennius aber stellte mit 3000 Legionaren und einem raschzusammengerafften Hülfscorps sich diesen Cohorten in den Weg. wurdejedoch mit grossem Verluste zurückgeschlagen. Darauf rückten die Siegerohne Aufenthalt weiter bis Cöln und schlössen sich unweit Castra ve-tera an das Heer des Civilis an. Dieser Hess sein Heer dem KaiserVespasian den Eid leisten und forderte dasselbe auch von den Legionendes Lupercus. Lupercus aber antwortete, dass er das Ansinnen des Ver-räthers nicht ausführen und vom Kaiser Vitellius nicht abfallen werde.Dies erzürnte den Civilis so. dass er ganz Batavia aufrief, die Bruktererund Tenchterer heranzog und auch die übrigen Germanen zu sich rief.
Solchergestalt von allen Seiten bedrängt, stellte Lupercus die Ver-schanzungen von Castra vetera aufs Neue und noch fester her. zerstörtealle Gebäude in der Umgebung des Lagers, versorgte sich aber nicht mitLebensmitteln und theilte. was er davon besass, nicht sorgfältig ein.Nun brach Civilis mit allen seinen Streitkräften gegen Castra veteraauf, voraus auf beiden Rheinufern die Germanen und auf dem Rheinselbst die ihn begleitende Flotte. Sein Heer führte einen heftigen undungestümen Angriff gegen das Lager des Lupercus aus , wurde aber, daes die dazu nöthige Erfahrung nicht besass. mit Verlust abgeschlagen.Nun schloss Civilis das Lager des Lupercus ein und beschloss, da ervernommen, dass nur wenige Lebensmittel dort seien, die Truppen darindurch Hunger zu bezwingen.
Hordeonius zog, als er dies erfuhr, eiligst Truppen in Gallien zu-sammen und schickte mit ihnen und der 18. Legion Dillius Verulain Geschwindmärschen dem Lupercus zu Hülfe. Er selbst blieb in Mo-gontiacum (Mainz) unthätig stehen und beschwichtigte die gegen ihnäusserst aufgebrachten Krieger nur dadurch, dass er die Boten. welcheihm einen Brief von Vespasian gebracht hatten, greifen Hess und gefesseltzu Vitellius schickte.
Inzwischen war Vocula bis Bonna (h. Bonn) gekommen, wo diegegen Hordeonius besonders aufgebrachte 1. Legion stand. In Colonia(Cöln) strömten zahlreiche gallische Hülfsvölker herbei, welche anfäng-