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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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120 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Ergebenheit gegen diesen und dessen Rechte. Während des Kriegeszwischen Jenem und Vitellius erhielt er den Befehl, dem Vitellius dievon diesem geforderten Legionen unter dem Vorwande eines Aufstandesin Germanien zu verweigern. Civilis, fest entschlossen die Bataver vonder Gewalt der Römer zu befreien, verheimlichte dennoch seine Ab-sichten, aber nur, um sie den Umständen gemäss besser ausführen zukönnen. Die Gelegenheit dazu bot sich dar, als von Vitellius der Befehlerging, eine Truppenaushebung in Batavia vorzunehmen. Die Bataver,denen solche Aushebungen wegen der von den römischen Beamten dabeivollführten Bedrückungen und Ungerechtigkeiten im höchsten Grade ver-hasst waren, weigerten sich dessen. Nun war für Civilis der Momentgekommen; er versammelte die vornehmsten und tapfersten Fürsten undbewog sie, sich gegen die Römer zu erheben. Dann zog er die Cannine-faten und die im römischen Dienste in Mogontiacum (Mainz, stehendenBataver auf seine Seite. Der tapfere Fürst der Canninefaten, Brinno,versuchte auch die Friesen gegen die Römer aufzuwiegeln, überfiel un-vermuthet zwei römische Cohorten in ihrem Winterlager und machte sienieder. Auf die Kunde hiervon zogen sich die übrigen römischen Truppenin den oberen Gegenden des Landes zusammen, weil sie. nach Ab-berufung der besten Cohorten durch Vitellius. zu schwach waren, umden Canninefaten Widerstand leisten zu können.

Indessen hielt Civilis immer noch seine Absichten geheim, tadeltedie römischen Truppen, dass sie ihre Lager verlassen hätten. und riethihnen, in dieselben zurückzukehren, um sie vereinzelt um so leichterbesiegen zu können. Als ihm aber diese List fehlschlug, trat er nun offenauf und zog an der Spitze eines Corps von Canninefaten. Friesen undBatavern den Römern entgegen. Unweit des Rheins fand der Kampfstatt, in welchem die römischen Truppen, nach Abfall der tungrischenCohorten zerstreut und niedergeniacht wurden. Zu gleicher Zeit bemäch-tigten sich die Aufrührer auch der römischen Flotte. deren Bemannungzum Theil aus Batavern bestand: die Marinetruppen auf den Schiffenwurden grösstentheils niedergemacht.

Die Nachricht von diesem Siege des Civilis verbreitete sich rasch inGallien und Germanien, die Gallier suchte er durch Geschenke zu einemBündniss zu bewegen, die Germanen boten ihm ihre Hülfstruppen an.Solchergestalt drohte den Römern grosse Gefahr von Seiten Bataviens,Galliens und Germaniens, um so mehr als ihre Hauptkräfte durch denBürgerkrieg in Italien abgezogen waren.

Auf die Kunde von diesen Erfolgen des Civilis und den Niederlagender Römer in Batavien schickte der Prätor F1 accus Hordeonius denLegaten Mummius Lupercus mit zwei Legionen (5. und 14.) denAufständischen entgegen. Lupercus zog noch Hülfstruppen von den ver-