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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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86 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Rauraker, Sequaner, Mediomatriker, Tribakker, Vangionen und Nemetersich freiwillig oder gezwungen unterwarfen. Dio Cassius sagt über dasJahr 13 v. Chr. nur, dass Augustus nach Ordnung aller Angelegenheitenin Gallien, Germanien (der römischen Provinz auf dem linken Rheinufer)und Italien nach Rom zurückkehrte, den Drusus in der Provinz Ger-manien zurücklassend. Auch Titus Livius sagt nur, dass Drusus mit dengermanischen Gemeinden diesseits und jenseits des Rheines im Kriegelag und einen in Gallien ausgebrochenen Aufstand niederwarf. Ausdiesen kurzen Angaben wie aus einigen neueren Forschungen scheint mitGewissheit hervorzugehen, dass Augustus in den Jahren 1713 v. Chr.dem Drusus die Ausführung des oben angegebenen Planes übertragenhatte, den Drusus indessen wegen seines frühzeitigen Todes nicht voll-kommen hatte ausführen können.

Bekannt ist, dass Drusus in seinem ersten Feldzuge im J. 12 v. Chr.die Sigambrer gerade in dem Augenblicke schlug, als sie auf das linkeRheinufer überzugehen versuchten, in das Land der Usipeter einfiel undvon da, das Land auf seinem Wege verwüstend, bis an die Grenzen dessigambrischen Gebietes vordrang. Dann fuhr er auf einer Flottille denRhein bis zur Mündung hinunter und unterwarf die Friesen und Chauker.

Im folgenden Jahre (11) und Feldzuge ging er von Castra vetera(h. Xanten) auf das rechte Rheinufer über, unterwarf die Usipeter, schlugeine Brücke über die Lupia (Lippe). drang im Thale dieses Flusses auf-wärts in das Gebiet der Marsen und Cherusker ein bis zur Visurgis (Weser)und erbaute auf dem Wege zu derselben viele Forts. Auf ein weiteresVordringen musste er wegen Mangel an Nahrungsmitteln und wegen desherannahenden Winters verzichten. Auf dem Rückmarsch erlitt er durchhäufige Hinterhalte der Germanen viele Verluste, brachte ihnen indessen,als sie ihn zu nahe und heftig drängten, eine entscheidende Niederlagebei und führte am Zusammenfluss der Lupia mit dem Elison (h. Alme),am Rhein und im Lande der Katten eine Menge einzelner Schanzen undsogar kleiner Festungen (Forts) auf, nach der Angabe des HistorikersFlorus an der Maas, Weser und längs dem Rhein 50 Forts, verbandBonn und Gesiona mit dem gegenüberliegenden Ufer durch Brücken undstellte zu deren Schutze eine Flottille daselbst auf. Nach Tacitus dagegenerbaute er auch Befestigungen im Taunusgebirge und an vielen Punktendes mittleren Rheinthaies, seine Hauptmacht aber bestand in 8 Legionen(zwischen 40 und 50000 Mann), welche dort beständig lagerten, umgegen die Germanen wie gegen die Gallier zu sichern.

Im J. 10 v. Chr. bekriegte Drusus die Katten und Marcomannen,von denen die Ersteren' auf das Geheiss der Römer in das Gebiet der Si-gambrer übersiedelten, wo sie sich aber empörten. Hierbei nimmt manmit Wahrscheinlichkeit an, dass Drusus seinen dritten Feldzug vom heu-