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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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50. Die Völker, mit welchen die Römer in dieser Periode Kriege führten. 39

Simon u. A. einen höchst wirksamen kleinen Krieg, das Land ausplün-dernd und verheerend, Alles mit Feuer und Schwert verwüstend undweder die Römer noch ihre eigenen Landsleute, weder Geschlecht, nochAlter, noch Stand schonend. Nach Besiegung des Cestius Gallus, römi-schen Statthalters von Syrien, und dem Abzüge der Römer aus Palästinabemächtigten sich die Zeloten des ganzen Landes und suchten nun denVolksaufstand regelmässiger zu organisiren und auszubilden. Ein Volks-rath ernannte für Jerusalem und die verschiedenen Provinzen und StädteKriegsobersten und beschäftigte sich angelegentlichst mit der Organisa-tion und Verstärkung der Truppen, sowie mit der Befestigung von Jeru-salem und anderer Städte. Das Letztere gelang ihm, nicht aber dasErstere, was an der allgemeinen Unordnung und Desorganisation unddem seit undenklicher Zeit den Juden eigenen widerspenstigen, unruhigenund aufrührerischen Geiste scheiterte. Das zum Theil aus Reiterei,grösstenteils aber aus Fussvolk bestehende jüdische Heer, von Fanatis-mus entflammt, entwickelte eine verzweifelte Tapferkeit, oder richtiger,eine kühne, urtheilslose, verwegene Tapferkeit, aber die Truppen warensehr schlecht organisirt, ganz ohne militärische Disciplin und Ordnungund ihrer eigensten Natur nach sehr wenig befähigt zu kriegerischenActionen. Eine in dieser Beziehung bemerkenswerthe Ausnahme machtendie Truppen in Galiläa, der Provinz, welche von Flavius Josephus ver-waltet wurde, dem Augenzeugen und Theilnehmer an dem Kriege derJuden gegen die Römer; von ihm ist dieser Krieg mit grosser Ausführ-lichkeit und unzweifelhafter Gewissenhaftigkeit und Wahrheit beschrie-ben. Er befestigte einen grossen Theil der Städte in Galiläa, brachte indenselben 100000 Mann zusammen, deren eine Hälfte er für Operationenim Felde bestimmte, während die andere Hälfte in Städten und Fleckendie Wachen bezog und für die Versorgung der Feldtruppen mit Proviantthätig war. Im Allgemeinen gab er den Truppen römische Kriegsorgani-sation, indem er vorzugsweise strenge militärische Zucht und Ordnungund zweckmässige kriegerische Uebungen einzuführen trachtete. Zuersterem Zwecke vermehrte er die Zahl der einzelnen Abtheilungen undder Unterbefehlshaber, zu letzterem unterrichtete er die Soldaten in jederArt von Formationen und Evolutionen, welche im Kampfe zu Angriff undVertheidigung erforderlich waren und auf Signale mit den Trompetenausgeführt wurden. Er fügte mündliche Ermahnungen zur Aufmunterungder Truppen hinzu, um sie von dem Hange zu den den Juden jener Zeitanhaftenden Fehlern: Diebstahl, Plünderung, Räuberei, Gewalttätig-keit, Betrug u. s. w. abzubringen; er selbst gab das Beispiel einesstrengen und massigen Lebens. Die Vertheidigung der Städte Galiläas,besonders Jotapatas, bewies, dass des Josephus Anstrengungen keinevergeblichen gewesen waren : die Truppen und Einwohner von Jotapata