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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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36 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

haben, welche ausserdem als Hülfsvölker stets mit musterhafter Treuedienten; 2) die Ch erusker, zur Zeit ihrer Blüthe im 1. Jahrh. n. Chr.,wohnten um den Harz herum, waren durch ihren kriegerischen, tapfernSinn berlihmt und besonders durch ihren Aufstand gegen die Römer unterAnführung ihres Fürsten Hermann oder Arminius und durch Besiegungder Legionen des Varus im Teutoburger Walde; 3) die M a r s e n {Marsi) ,einige Zeit hindurch ein zahlreiches und mächtiges Volk, zur Zeit desDrusus in der Gegend der Spaltung des Rheinstromes in mehrere Armeansässig; sie siedelten sich dann auf dem nördlichen Ufer der Lippe anund um die Quellen der Ems; mit den Bructerern und Cheruskern zu-sammen nehmen sie an der Niederwerfung der Legionen des Varus Theil;und 4) die Sigambrer oder Sicambrer, ein zahlreiches und mäch-tiges Volk, welches zwischen Sieg und Lippe längs dem Rhein wohnte,mehrmals von Drusus besiegt wurde und im 5. Jahrh. den Hauptbestand-teil des Bundes der Franken bildete.

Die Völker des östlichen Germaniens theilten die Römer in 2 Haupt-stämme: Sueven und Vandalen, von denen die Ersteren, wie esscheint, westlich, die Letzteren östlich der Oder wohnten. Zu den Suevengehörten: die Longobarden, Semnonen und Marsigni, zu denVandalen: dieRugier, Burgundiones, Lugii undGothones oderGothen. Alle diese Volker tauchen in der sogenannten Völkerwan-derung auf, die Einen vereinzelt, die Anderen zu mehreren auf einmal.Die bemerkenswerthesten von ihnen Allen sind die Longobarden,der Völkerbund der Vandalen und die Gothen, welche Letzteren im3. Jahrh. in Westgothen [Wiaigothi) und Ost gothen [Ostrogothi]zerfielen. Unter den einzelnen gothischen Sippen sind die Gepidenbekannt.

Zu den Völkern endlich Nord-Germaniens gehörten: 1) die Ciru-bren (Cimbri), nur noch gering an Zahl, bald ganz mit den Sachsenvermischt, und 2) die Teutonen oder eigentlich mehrere Stämme unterdiesem gemeinsamen Namen, welche an der Küste des deutschen Meeres(h. Nordsee) zwischen Elbe und Oder gewohnt zu haben scheinen; 3) dieAngeln, welche zu beiden Seiten der Unterelbe wohnten; und 4) dieSachsen [Saxones) , welche von der Elbemündung längs des Meeres biszur Trave hin ansässig waren. Alle diese Völker kamen mit den Römernnicht in directe Berührung.

§. 352.Die Völker Ost-Europas.

Die in Ost-Europa, d.h. östlich derVistula (Weichsel) und der Ger-manen und nördlich der unteren Donau, des Schwarzen und AsowschenMeeres und des Kaukasus ansässigen Völker, welche mit den Germanen