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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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49. Milit. Organisation, Einrichtungen u. Kriegskunst im iöm. Kaiserreich etc. 1">

hinter ihnen die Arbeiterabtheilungen (gleichsam Pioniere) zur Erbauungdes Lagers und Ausbesserung der*Wege, die Bagage der Offiziereunter Bedeckung einer starken Cavallerieabfheilung, Vespasian selbstmit den Personen seiner Umgebung, die Wurfgeschütze und zugehörigenLastthiere, die Hauptmacht der Armee (das Gros), d. h. die Legionen,welche aus der Flanke in 6 Reihen formirt (d. h. in 6gliedrigen Reihen,Marschcolonne) marschirten, hinter ihnen die Bagage und Wagen,und endlich die Söldnertruppen, der Vorsicht halber von römischer In-fanterie und Cavallerie umgeben. Bei Titus gingen die Hülfstruppen mitden Arbeitern voraus, zur Ausbesserung der Wege, und mit den Offizieren,welche die Oertlichkeit für das Lager auszusuchen und dessen Bau zubeaufsichtigen hatten, hinter diesen Titus selbst mit auserlesenenSchaaren, die Legionscavallerie, die Wurfgeschütze, die Legio-nen in 6gliedriger Reihencolonne, ihre Adler und Tribunen an der Tete,ihre Bagage und Fuhrwerk an der Queue, dann die Miethsvölker undendlich das Corps der Arrieregarde. Im Allgemeinen marschirten dieLegionen stets in ögliedrigen Reihencolonnen, wenn sie nicht im agmenquadratum formirt marschirten. Im 3. Jahrh. Hess die Regelmässigkeitund Ordnung, die Vorsicht und Schnelligkeit der Marschbewegungen derrömischen Armeen mehr und mehr nach. Die Verminderung der Marsch-geschwindigkeit hatte in der geringeren Beweglichkeit der Truppen ihrenGrund, welche theils eine Folge der Schwächlichkeit und Verweich-lichung derselben, theils der Vermehrung der Wurfmaschinen, Trainsund Fahrzeuge, theils auch der zunehmenden Verwüstung und Armuthder Länder im Reiche und der dadurch erschwerten Verpflegung derTruppen war.

Die gewöhnliche Schlachtbildung der Armee bestand darin, dass siesich gleich der Legion in 3, 2 oder 1 Linie formirte, und zwar die Legio-nen im Centrum, die Hülfscohorten auf den Flügeln, die Hülfsreiterei aufden Flanken, die horizontalschiessenden Wurfgeschütze auf den Flankenund zwischen den Centimen und Cohorten, die im Bogen werfenden da-gegen hinter dem Fussvolk, die leichten Truppen im Allgemeinen vorder Front oder auf den Flanken, das leichte Fussvolk insbesondere aberbei allen Abtheilungen des Fussvolks und der Reiterei und bei allen Ge-schützen, so dass es alle Zwischenräume zwischen denselben ausfüllte.Mitunter wurde der Platz der Legionen in der Schlachtordnung durchsLoos bestimmt, bisweilen stellte man auch die schwächeren Legionenzwischen die stärkeren.

Die Kampfart der Legionen zur Zeit ihrer Aufstellung in Cohortenin 2 Linien war dieselbe wie zur Zeit der Aufstellung in 3 Linien; seitTrajan aber und seit sich die Legion in einer Linie aufstellte, trateneinige Aenderungen ein. Die leichten Truppen und die Wurfgeschütze