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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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347
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4S. Die röm. Kriege vom Tode Cäsar's bis zu Augustus (443Uv. Chr.). 347

§. 336.Der Krieg mit den Parthern (38).

Die Parther hatten noch zu Lebzeiten Cäsar's auf des PompejusSeite, nach Cäsar's Tode aber auf Seite des Brutus und Cassius gestan-den. Labienus, der Sohn des Labienus, war nach der Schlacht bei Phi-lippi zu dem partb.iscb.en Könige Orodes I. geflohen, den er bewogenhatte, in die angrenzenden römisch-syrischen Besitzungen ein Heer zuentsenden, unter der Anführung seines 'des Königs) Sohnes Pakor, wel-chem der erfahrene Feldherr Barzaphernes *) beigegeben wurde. Antoniushatte den Legaten Decidius Saxa mit mehreren Legionen in Syrien ge-lassen, diese Legionen aber, welche früher unter des Cassius Befehl ge-standen hatten, gingen grösstentheils zum Labienus über. Im Jahre 38öffneten alle Städte Syriens, sogar Apamea und Antiochia, den Parthernihre Thore, und um diesen Letzteren nicht in die Hände zu fallen, nahmsich Saxa selbst das Leben.

Aus Syrien zogen die Parther nach Judäa, und von dort, nachdemsie den Antigonus zum Könige desselben gemacht, nach Cilicien. Plau-ens, welchem Antonius den Schutz von Kleinasien übertragen hatte, flohschimpflich auf eine nahe gelegene Insel, den Parthern das ganze Landpreisgebend. Labienus fiel in Karien ein und unterwarf die Städte My-lasa und Alabanda, wurde aber vor Stratonicea abgeschlagen.

Bald aber wurde der siegreiche Zug der Parther durch Ventidius auf-gehalten, welchen Antonius mit einem Heere nach Kleinasien geschickthatte. Auf die erste Kunde hiervon zog sich Labienus zu dem Taurus-gebirge zurück, um sich dem dahinter marschirenden parthischen Heerezu nähern. Ventidius folgte ihm, zwang ihn nach Vereinigung mit denPartnern zum Kampfe und schlug ihn auf's Haupt. Labienus ward aufder Flucht ergriffen und hingerichtet. Ein weiterer Sieg des Ventidiusüber Barzaphernes, der im Kampfe fiel, unterwarf ganz Syrien auf's Neueden Römern.

Antonius, der den Ventidius um seine Erfolge beneidete, entschlosssich den Krieg gegen die Parther in eigener Person zu führen. Ehe erindessen bei der Armee eintraf, hatte Ventidius an den Ufern des FlussesZeugnia seinen dritten Sieg über die Parther erfochten, in welchem derSohn des Orodes, Pakor, um's Leben kam; die Ueberreste des parthi-schen Heeres flohen zu dem König Antiochus von Kommagene. Um nichtdes Antonius Eifersucht wider sich zu erregen, setzte Ventidius den Par-

Nach Plutarch : Pharnapates. Anmerkung des Uebersetaer§,