346 III- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—3U v. Chr.).
lieh aus seinem Nichtsthuu auf, und er eilte nach Italien. Sextus Pom-pejus trug ilim ein Bündniss an, welches Antonius nur für den Fall einesKrieges mit Octavian annahm. Er zog indessen den Befehlshaber derFlotte, Domitius Ahenobarbus, mit 200 Schiffen an sich und segelte mitihnen nach Brundisium. Die Einwohner verweigerten ihm den Einlassunter dem Vorwande, dass erden Domitius, den erklärten Feind Cäsar's,bei sich habe. Antonius belagerte Brundisium und forderte von Pompe-jus, dass er Italien zur See angreifen solle. Octavian sammelte Truppen,fest entschlossen, Brundisium zu schützen. Schon begannen die erstenFeindseligkeiten, da gelang es Coccejus Nerva und andern vertrautenFreunden des Octavian und Antonius, sie auszusöhnen und einem neuenBürgerkriege vorzubeugen. Durch den zu Brundisium (im Jahre 40) ab-geschlossenen Vertrag theilten Octavian und Antonius aufs Neue dierömischen Besitzungen, als Grenze das jonische Meer bestimmend, vonScodra in Illyrien an, und zwar sollte Octavian den Westen, Antoniusden Osten, Lepidus nur Afrika, Alle gemeinschaftlich Italien aber erhalten.Um das Einvernehmen zwischen ihnen dauernd und herzlich zu machen,heirathete Antonius die ältere Schwester Octavian's, Wittwe des Mar-cellus, die ältere Octavia. Da aber Sextus Pompejus das Meer be-herrschte und die Zufuhren von Lebensmitteln nach Rom abschnitt, inFolge dessen dort Hungersnoth eintrat, so waren Octavian und Antoniusgezwungen, den Versuch eines Vergleiches mit ihm zu machen. Zu die-sem Zweck hatten sie auf dem bei Miccne oder Misene gelegenen Vorge-birge eine Zusammenkunft mit ihm und schlössen einen Vertrag, nachwelchem sie ihm Sicilien, Sardinien und Corsica Uberliessen und denPeloponnes versprachen. Die erste Sorge des Octavian und Antoniusnach ihrer Vergleichung war, die Consulargewalt abzuschwächen und zuverringern, in welcher Absicht sie die Dauer derselben abkürzten unddie Consuln schon einige Monate im Voraus zu ernennen begannen. DieMörder Cäsar's wurden in der Verbannung gelassen, den Proscribirtenihr Vermögen zurückgegeben. Danach kehrte Pompejus nach Sicilien,Octavian und Antonius nach Koni zurück (39). Der Letztere aber brachbald darauf nach Athen auf, wo er den Winter zubrachte, während Ven-tidius den Krieg gegen die Parther führte, welchen Antonius vordemhatte persönlich führen wollen.