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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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48. Die röm. Kriege vom Tode Cäsar's bis zu Augustus (443U v. Chr.). 345

nius Veteranen Ländereien in Italien geben wolle auf Kosten und zumSchaden der Besitzer. Alle Klagen der Letzteren blieben unberücksich-tigt, weil Octavian es für wichtiger hielt, sich die Ergebenheit des Hee-res zu erwerben und zu sichern, als die Zuneigung der Grundbesitzerund Landbewohner. Als aber in Folge dessen der Proconsul L. Antonius,ein Bruder des Duumvirn, durch dessen Gattin Fulvia aufgereizt, eswagte, sich der Verschenkung der Ländereien und dem wachsenden Ein-flüsse Octavian's zu widersetzen, kam es zwischen den Truppen zu Feind-seligkeiten. Während Octavian in Umbrien ein Heer zusammenzog, eilteL. Antonius nach Rom, schlug Lepidus, der mit zwei Legionen zumSchutze der Stadt zurückgeblieben war, wurde aber durch den raschgegen Rom heranziehenden Octavian zu schnellem Rückzug nachPerusiagezwungen und von ihm und seinen beiden Legaten Agrippa und Salvi-dius darin belagert. Ventidius, Pollio und Plancus, welche mehrereLegionen des Duumvirn Antonius in Italien befehligten, eilten zu Lucius'Ersatz herbei. Allein der weit an Kräften überlegene Octavian stellteJedem von ihnen hinlänglich starke Truppencorps entgegen, um sie auf-zuhalten, er selbst verdoppelte seine Thätigkeit in Führung der Belage-rung so, dass Lucius sich zu ergeben gezwungen war. Aus Furcht vordem Bruder, dem Duumvir Antonius, schonte Octavian den Lucius, aberüber 300 angesehene Römer wurden am 15. März 41, dem TodestageCäsar's, in dessen Tempel geopfert, auch die Senatoren von Perusia hin-gerichtet, die Einwohner aber begnadigt.

Mit der Gefangennehmung des Lucius Antonius (im April 40) warder kurze perusinische Krieg entschieden und ganz Italien der MachtOctavian's unterworfen. Jenseits der Alpen standen unter Calenus' Be-fehl noch zwei dem Antonius ergebene Legionen, aber nach des Calenusplötzlichem Tode führte dessen Nachfolger Fufius sie dem Octavian zu.

Während dessen hatte Antonius gleich nach seiner Ankunft in Klein-asien die ägyptische Königin Cleopatra vor seinen Richterstuhl gefordert,um sich darüber zu rechtfertigen, dass sie der republikanischen Parteiägyptische Hülfstruppen gestellt hatte. Cleopatra erschien in Cilicienvor ihm und bezauberte den sinnlichen und sittenlosen Antonius der-massen, dass er gänzlich zu ihrem Sklaven wurde und mit ihr durchSyrien und Palästina reiste. In dem letzteren Lande ernannte er denHerodes und dessen Bruder Phasailes zu Tetrarchen oder Beherrscherndes judäischen Königreiches. Daraufzog Antonius mit Cleopatra nachAlexandrien und vergass hier in dem Umgange mit Cleopatra und in-mitten der Vergnügungen der ägyptischen Residenz die bezüglich desOrients seinerseits übernommenen Verpflichtungen. Aber die Nachrichtenvon dem perusinischen Kriege und von dem Einfall desLabienus. Sohnesdes Labienus, mit einem parthischen Heere in Syrien, rüttelten ihn end-