344 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
verwandelte den Sieg des Brutus in eine halbe Niederlage der Republi-kaner ; die ganze Ehre des Tages fiel der kriegerischen Begabung, derKunst und Tapferkeit des Antonius zu, Octavian hatte von dem Allenwenig gezeigt. Indessen wurde der Muth der republikanischen Armeeaufs Neue durch die Nachricht belebt, dass zwei, den Triumvirn aus Ita-lien zugeschickte Legionen durch die Anführer der republikanischenFlotte an den Küsten von Epirus geschlagen worden. Diese Nachrichtund der auf's Höchste gesteigerte Mangel an Lebensmitteln zwang dieTriumvirn zur Erneuerung der Schlacht, die denn auch 20 Tage nachder ersten (Ende des Jahres 42] gleichfalls bei Philippi stattfand und mitder vollkommenen Niederlage des Brutus und dem Siege der Triumvirnendete. Brutus stürzte sich in Verzweiflung auch in sein Schwert, —und nach seinem, des letzten Römers, wie er genannt wurde, unddes Cassius Tode war die republikanische Partei ihrer Führer und damitihrer letzten Stützen beraubt. Die Trümmer des geschlagenen Heereswurden theilweis zersprengt, theils gingen sie zu den Siegern über. einTheil ihrer Flotte, unter des Marcus Befehl. stiess zu Sextus Pompejusan der Küste von Sicilien, ein anderer unter Befehl des Domitius hieltsich einige Zeit selbstständig, bis er später durch Antonius gezwungenwurde, sich zu unterwerfen.
Nach dem doppelten Siege des Octavian und Antonius bei Philippischlössen sie den unfähigen Lepidus aus dem Triumvirat aus und ver-wandelten dieses in ein Duumvirat kraft eines zwischen Beiden geschlosse-nen besondern Vertrages, durch welchen dem Octavian Hispanien, dastransalpinische Gallien und Numidien, dem Antonius das cisalpinischeGallien und Afrika zugetheilt wurde. Der Letztere übernahm es, dieProvinzen des Ostens zur Anerkennung der Macht des Duumvirats zubringen, und Octavian reiste nach Italien ab, entschlossen, den ausge-dienten Veteranen für die von ihnen geleisteten Dienste die ihnen längstversprochenen Belohnungen auszutheilen.
Der perusinisehe Krieg (41 — 39).
Auf seinem Rückwege nach Rom erkrankte Octavian und wurdehierdurch lange in Brundisium zurückgehalten '41). Die Kunde davonbrachte in Rom grosse Aufregung hervor, wo man seine Anwesenheitdringend forderte. Obgleich er den Senat schriftlich bezüglich seiner ge-mässigten Absichten beruhigt hatte, so fanden seine Versicherungen den-noch wenig Glauben, da es bekannt war, dass er seinen und des Anto-