48. Die vom. Kriege vom Tode Cäsar'a bis zu Augustus (44—30 v.Chr.). 339
Während dessen hatte im December 44 Antonius ohne Mühe denDecimus Brutus in Mutina eingeschlossen und belagerte ihn darin. *Iu Macedonien hatte Marcus Brutus im Herbst 44 die republikanischePartei gestärkt und ein zahlreiches Heer zusammengebracht, mit welchemer sich Macedoniens und Griechenlands bemächtigte, was ihm durchden Uebertritt des Prätors Hortensius auf seine Seite besonders erleichtertwurde. Mit Hülfe seiner Thätigkeit gelangte er in den Besitz einesWaffenmagazins und erheblicher Geldsummen, welche nach Rom be-stimmt waren. C. Antonius [Bruder des Consuls M. Antonius), der ausIllyrien mit sieben Legionen gegen ihn heranrückte, wurde in mehrerenAvantgardengefechten von ibm geschlagen und endlich durch dessen znibm übergehende Legionen an ihn ausgeliefert. In Syrien operirteCassius gegen den Consul Dolabella ebenso thätig als erfolgreich, be-mächtigte sich in kurzer Zeit Syriens und brachte daselbst zwölf Legio-nen zusammen.
Der Senat bestätigte M. Brutus und Cassius als Prätoren von Mace-donien und Syrien, erklärte Dolabella, der den Proconsul Trebonius ge-tödtet hatte, für einen Feind des Vaterlands und beauftragte Cassius mitder Führung des Krieges gegen denselben. Dolabella, obgleich durchsyrische, rhodische und ägyptische Truppen verstärkt, war dennocbschwächer als Cassius. Der Letztere belagerte ihn in Laodicea und be-mächtigte sich der Stadt durch Verrath. Dolabella liess sich selbst durchseinen Sklaven tödten, worauf seine Truppen sich an Cassius ergabeu(5. Juni 43).
Auf diese Weise befanden sich im Jahre 44, nach dem Tode Cä-sar's, Cassius und M. Brutus, Beide enragirte Republikaner, mit bedeu-tenden Streitkräften in Syrien und Macedonien und würden vielleicht dieRepublik wieder hergestellt haben, wenn ihre Macht unter dem Ober-befehl des M. Brutus iu Italien vereint worden wäre. Im narbouensischenGallien und dem benachbarten Hispanien commandirte der ProconsulLepidus, dem der Senat diese Provinzen zu verwalten gegeben hatte, einschwacher, unbedeutender Mensch ohne kriegerische Fähigkeiten, dernur an sein eigenes Emporkommen dachte. Im transalpinischen Gallienbefehligte der Proconsul Plancus, der, zwar befähigter, sieh vorsichtigund unentschlossen zeigte. Im ferneren Hispanien befehligte der Pro-consul Pollio, ein eifriger Republikaner, der aber zu weit entfernt war,um thätigen Antheil an den damaligen Verhältnissen zu nehmen. SextusPompejus, der auf's Neue auf der politischen und kriegerischen Bühneerschien, bemächtigte sich Siciliens, suchte aber mehr sich selbst empor
*) Nach dem Namen dieser Stadt wird der ganze folgende Krieg auch der mü-tinische genannt (bellum Muihiense].
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