340 HI. Vom Tode Aloxander's d. Gr. bis zu Augnstus (323—.10 v. Chr.).
zu bringen, als die republikanische Freiheit zu unterstützen. In Afrikabefand sich Cornificius an der Spitze der republikanischen Armee, diedem Senate ergeben war. In Italien endlich vertheidigte sich im cis-alpinischen Gallien Decimus Brutus gegen M. Antonius, welchen auchOctavianus von Rom her mit Krieg bedrohte; die Consuln Hirtius undPansa hatten neun neue Legionen ausgehoben. Das Uebergewicht be-fand sich folglich überall «auf Seiten des Senates und der republikanischenPartei.
Zu Anfang des Jahres 43 forderte der Senatvom Antonius, der nochMutina belagerte, dass er die Waffen niederlege; den Octavian aber, derschon gegen ihn im Marsch war, ernannte er gegen das Gesetz zum Pro-prätor, abermals unter Mitwirkung Cicero's. Antonius gehorchte aberdem Senate nicht, behandelte die Gesandten desselben mit Geringschäz-zuug, Hess sogar vor ihren Augen einen Sturm auf Mutina ausfuhren undstellte ihnen so maasslose Bedingungen, dass sie unverrichteter Dingenach Rom zurückkehrten. Nun erklärte der Senat den Antonius füreinen Feind des Staats und befahl, dass gegen ihn zum Krieg geschrittenwerden solle. Hirtius und Octavian brachen nach Mutina auf und be-nachrichtigten den darin eingeschlossenen D. Brutus durch eine Taube)von ihrer Ankunft. Antonius Hess seinen Bruder Lucius mit einemTheile seines Heeres vor Mutina stehn, um die Belagerung fortzusetzen,er selbst wandte sich mit seiner Hauptmacht gegen Hirtius und Octavian,um deren Vereinigung mit Pansa zu verhindern, welcher mit vier Le-gionen zu ihnen heranmarschirte. Der Letztere wurde in einem blutigenKampfe mit Antonius geschlagen und verwundet, der Angriff des Anto-nius auf sein Lager aber abgeschlagen. Während dann Antonius vonhier zu seinen gegen Hirtius und Octavian von ihm aufgestellten Truppenrückte, wurde er plötzlich durch Hirtius angegriffen und geschlagen, ver-lor zwei Legionsadler und 60 Feldzeichen, und konnte nur mit Mühe undmit einer geringen Truppenzahl in sein Lager vor Mutina zurückkehren,setzte indessen die Belagerung eifrig fort.
Octavian und Hirtius beschlossen, ihn in den Belagerungsverschan-zungen anzugreifen; sie thaten es mit vollkommenem Erfolge, Octavianzeichnete sich dabei zum ersten Male aus, Hirtius aber fiel (14. April 43).Antonius hob die Belagerung auf und zog sich in forcirten Märschen zuden Alpen zurück. Octavian nutzte die günstige Gelegenheit, das Heerdes Antonius bei seinem Rückzuge vollkommen zu schlagen und aufzu-reiben, aus politischen Gründen nicht aus, da er vorhersah, dass im Fallder Vernichtung des Antonius der Senat sich gegen ihn selber wendenwürde. Je mehr sich der Senat allmälig gegen Octavian erklärte, destomehr näherte sich dieser dem Antonius und Lepidus, welcher den Ven-tidius mit drei Legionen an sich gezogen hatte.