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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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338 HI- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

das Senatsgebäude, in welchem Cäsar erschlagen worden war, anzündeteund die Mörder zwang, ihre Rettung in der Flucht zu suchen. MarcusBrutus floh nach Macedonien, Cassius nach Syrien, welche Länder ihnenin ihrer Stellung als Prätoren noch von Cäsar selbst übergeben waren.Antonius aber bemächtigte sich als Consul der Schätze Cäsar's und, inVerbindung mit Lepidus, der die Stelle des rnagister eqiiitum inne gehabthatte, der Gewalt in Rom und Hess sich Macedonien, dem Dolabella Sy-rien zutheilen, um die in diese beiden Provinzen entflohenen Häupterder republikanischen Partei absolut zu vernichten. Der Senat ernannteseinerseits Cassius und Brutus, welchen aufgegeben wurde, Rom mitLebensmitteln zu versorgen, den Ersteren für Cyrenaica, den Anderufür Kreta. Bald darauf liess Antonius sich Gallien, seinem Bruder C. An-tonius Macedonien zusprechen.

Allein die Ankunft des 19jährigen Julius Cäsar Oetavianus, des Gross-neffen Cäsar's *], aus Apollonia in Illyrien, zu Rom, brachte eine Aenderungin des Antonius Plänen hervor. Octavian, welchen Cäsar zu seinem Erbeneingesetzt hatte, wurde auf dem Wege nach Rom von den römischen Vete-ranen und den in Brundisium stehenden Legionen mit Enthusiasmus em-pfangen und erschien zu Rom in Begleitung zahlreicher Truppen und Vol-kes. Er forderte von Antonius den ihm zustehenden Antheil der Nach-lassenschaft Cäsar's und verstand durch seine Klugheit und seine Fähig-keiten sich das Volk geneigt zu machen. Das gute Einvernehmen zwischenihm und Antonius konnte nicht von langem Bestände sein, da Beide im Stil-len demselben Ziele zustrebten. Antonius zog fünf Legionen aus Macedo-nien nach Italien, Octavian, der die Veteranen Cäsar's zu sich berufenhatte, suchte die Legionen des Antonius zu bestechen und auf seine Seitezu bringen. Zwei derselben gingen zu ihm über, mit den drei andernwandte sich Antonius nach dem cisalpinischen Gallien. Allein DecimusBrutus, der auf Grund des früheren Senatsbeschlusses in dieser Provinzherrschte, war fest entschlossen, dem Antonius nicht zu weichen, trotz-dem er ihm an Truppenzahl und Kriegserfahrung nachstand.

Unter diesen Umständen hielt der schlaue Octavian für das Beste,dem Senate seine Dienste anzubieten, welcher keine Truppen zu seinerVerfügung hatte. Unter Cicero's kräftiger Mitwirkung beschloss derSenat zum Voraus Alles zu bestätigen, was Octavian und Decimus Bru-tus gegen Antonius beginnen und vollbringen würden.

*) Cäsar's Schwester Julia war mit M. Athis Balbus verheirathet und hatte eineTochter Atia, welche sich mit 0. Octavius vermählte; am 22. September 03 gebar Atiaden C. Oetavianus, welcher somit der Gvossneft'e Cäsar's war, von diesem an SohnesStatt adoptirt und zu seinein Erben eingesetzt worden war (über das TestamentCäsar's siehe Plutarch u.s. w.).