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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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47. Lobensende Cäsar's, allgemeine Betrachtungen und Schlüsse. 333

viel Despotismus, welcher kaum durch die Maske der Achtung vor dergesetzlichen Freiheit verdeckt wurde. Aber gleich Alexander und Han-nibal war er nicht habgierig, Geld war ihm nur ein Mittel, die Menschenfür seine Zwecke zu gewinnen, und daher war er mit Geld, wie mit Be-lohnungen, freigebig bis zur Verschwendung.

Gleich Alexander und Hannibal befolgte auch er in allen seinenHandlungen eine weise und geschickte Politik, aber nicht, wie Alexan-der, immer eine offne, edle und für Andre heilsame, sondern eine ver-steckte, feine, listige, bisweilen tückische, immer aber für ihn selbstnützliche. Dabei verstand er fast noch geschickter als Hannibal ge-heime Verbindungen anzuknüpfen, Unterhandlungen zu führen, und aufseine Seite zu bringen durch alle möglichen Mittel, von den äusserstenSchmeicheleien bis zu den äussersten Drohungen.

Das Missverhältniss der Kräfte, Mittel und Hülfsquellen, mit welchener den Krieg begann und führte, bis zur Mitte der Bürgerkriege zuder Grösse seiner Unternehmungen, der grossen Zahl seiner Erfolge undSiege, und zu der Wichtigkeit der von ihm erlangten Resultate verdientnicht mindere Beachtung bei seinen Kriegen und Feldzügen, als es beidenen Alexanders und Hannibars der Fall war. Erst nach dem Siegebei Pharsalus begannen seine Kräfte, Mittel und Hülfsquellen rasch zuwachsen, aber auch da, wie früher, kamen Zeiten und Gelegenheiten vor,wo er (wie in Aegypten, Afrika und sogar in Hispanien) mit schwächerenKräften gegen stärkere Feinde zu kämpfen hatte, und dies Missverhält-niss nur durch Muth , Festigkeit, Ausdauer, und vor Allem durch seineFähigkeiten und Kunst auszugleichen vermochte.

In Bezug auf Schonung und Bewahrung seiner Truppen. wenn essich uicht um entscheidende Operationen gegen den Feind haudelte. so-wie auf beständige Ergänzung derselben durch neue Aushebungen u. s. w.muss man ihm dieselbe Ehre und Ruhm lassen, wie Alexander undHannibal.

Das Glück, dieser gewöhnliche Begleiter der grossen Feldherren,welche es mächtig an sich zu fesseln verstanden und tief und fest andasselbe glaubten, begünstigte Cäsar und besonders Hannibal nichtimmer und in allen Lagen so, wie den Alexander. Kaum Einem dergrossen Feldherren ward ein gleich beneidenswerthes Loos wie Alexan-der, überall und über Alle zu siegen, niemals und durch Niemand besiegtzu werden. Obgleich Cäsar auch Allen schliesslich obsiegte, sokann mau doch von ihm nicht sagen , dass er nie und von Niemand be-siegt worden sei. Nicht allein Römer besiegten ihn, sondern auch Gal-lier , beinah hätte ihn auch Vercingetorix besiegt, der dafür auch be-schimpft und hingerichtet wurde. Aber selbst wenn er siegte , kam ihmdas (die Besiegung des Pharnaces ausgenommen) nicht leicht und billig