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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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328 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

machte, dass das von ihm so geachtete, geehrte und freigebig belohnteHeer durch ihn sich selbst hoch erhaben fühlte. Das Heer war Cäsarganz ergeben, so kann es uns nicht wundern, dass ein solcher Feld-herr hoch in Ehren gehalten wurde. 80 feierte er seine Triumphe undgab den 200,000 Römern Volksfeste. Von ihm auf der höchsten Staffelseiner Macht kann das gesagt werden, was einmal ein französischerSchriftsteller von seinem Könige sagte : »tout britte en lui, tout est Itoi'.vAber Rom war noch nicht reif genug, um einen Herrscher über sich zudulden. Es musste seinem Verfall zusinken, weil es sich nicht selbst be-herrschen konnte und nicht zugeben wollte, dass ein grosser Mann esbeherrsche. Die Grösse Cäsar's aber als Feldherr wurde hinfort vonkeinem Römer wieder erreicht.«

Diese Gedanken und Empfindungen sind im Wesentlichen richtig,obgleich etwas schwülstig ausgesprochen, was übrigens bei einem so be-geisterten Verehrer und Lobredner des Feldherrn Cäsar nicht weiter zuverwundern ist. Ihm gleich haben zu allen Zeiten Viele gedacht, aber esgab viele Andere, welche kaltblütig und besonnen urthcilten, und nochAndere, welche ihn strenge, wenn auch gerecht kritisiren. So unter An-dern der bekannte Historiker Heeren zu Anfang unseres Jahrhunderts,welcher sagt: »Uns fehlt noch eine Lebensbeschreibung Cäsar's, in der errichtig gewürdigt wird, *) denn in neuerer Zeit wird er ebenso hochge-stellt, als dagegen Alexander der Grosse heruntergesetzt wird. Als Feld-herren und Eroberer waren sie Beide gleich gross und gleich klein.Alexander aber, als Mensch, während der Glanzperiode seines Lebens,überragt den Cäsar augenscheinlich : von den grossen politischen Ideen,welche Alexander entwickelte, findet sich bei Cäsar Nichts j dieser ver-stand sich besser als irgendwer sonst auf die Mittel zur Erlangung, aberwenig auf die Erhaltung der Macht.«

Die Worte Heeren s enthalten eine grosse Wahrheit, bedürfen abereiniger Erläuterungen. Die drei grossen Feldherren des Alterthums, be-sonders Alexander der Grosse und Cäsar, sind einerseits ausserordent-lich gepriesen und hochgestellt, andererseits einer mehr oder wenigerstrengen Kritik und scharfem Urtheil unterworfen worden, aber nichtnach demselben Maassstabe noch mit gleicher Gerechtigkeit. Sie Allesind in gleicher Weise vollkommen gerecht und Verdientermassen ge-priesen und erhoben, als Feldherren: dagegen lässt sich billiger-massen Nichts einwenden. Aber Alexander wie Cäsar, welche nachihrer politischen Stellung, Entwürfen und Unternehmungen einige Aehn-

*) Heeren nennt hierbei zwei Werke über Cäsar: Histoire de la vie de JulesCesur jmr M. de Huri/, Paris J758, und Leben von C. Jul. Cäsar von A. G.Meissner, fortgesetzt von J. Ch. L. Haken 1S1J, das Letztere s. Z. das beste.