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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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47. Lebensende Cäsar's, allgemeine Betrachtungen und Schlüsse. 327

sondern sie zur Belohnung der Anderen verwendete, er nannte sich nurdann und da reich, wenn er seine verdienten Krieger würdig belohnenkonnte. Und das nmsste von ungeheurer Wichtigkeit sein, selbst wennman annahm, dass Cäsar dabei seine gewöhnlichen besonderen Zweckehabe.

Es ist bemerkenswevth, dass der mächtige Geist, das machtliebendeStreben und die verzehrende flammende Thätigkeit Cäsar's keineswegsvon körperlicher Festigkeit und Kraft begleitet und unterstützt wurden.Nach Plutarch's Aussage war Cäsar vielmehr schwächlich und von hage-rer Körperbeschaffenheit, litt an häufigem und heftigem Kopfweh, sogaran epileptischen Krämpfen (fallender Sucht), was weit mehr auf einnervöses Temperament, als auf männliche Kraft deutet. In reiferen Jah-ren, zur Zeit seiner politischen und kriegerischen Thätigkeit führte erein äusserst massiges Leben, war unaufhörlich in lebhafter Beweguugund übte trotz seiner geringen Kräfte seinen Körper beständig. Er be-durfte nur wenig der Ruhe, der Speisen und Getränke, er reiste ohneAnstrengung und hatte dabei einen Schreiber bei sich, dem er unterwegsdictirte, und einen Ordonanz-Soldaten. Er war ein vorzüglicher Reiter,der kühn und rasch ritt.

Sein Aeusseres machte, nach Angabe aller Augenzeugen, gewöhn-lich einen tiefen Eindruck*). Sein Verhalten gegen die meuterischenLegionen in Rom zeigt, welchen Nutzen er daraus zu ziehen verstand.Es ist begreiflich, dass der Eindruck, den dies hervorbrachte, und dass mehr noch als seine persönliche Erscheinung, seine würdige Haltungund seine Worte die Erinnerung an seine grossen Kriegsthaten auf dierohen Gemüther der Soldaten überwältigend und erschütternd wirkennmsste und sie augenblicklich zu Reue und Gehorsam zurückführte.

»Cäsar«, sagt General Lossau, »war frei von gewöhnlichen Leiden-schaften, eine einzige grosse und starke ausgenommen« (d. h. die Herrsch-sucht) , »und in allen Stürmen des Lebeus stützte er sich auf sich selbst,er war ein Feldherr, dessen Thaten noch mehr als seine Entwürfe ihnauf den Platz eines Helden des römischen Reiches emporheben, und derschliesslich« (man muss ergänzen,, in den Augen der heidnischen Römer)»wie ein Unsterblicher« (d. h. einer der heidnischen Götter), »wie einhöheres Wesen erschien, für einige leidenschaftslose Menschen in Formmenschlicher Grösse und Hoheit, für die grosse Masse als Abgott, für dieRepublikaner ein Schrecken und Abscheu. Die Erinnerung an seineKriegsthaten umschwebte sein Bild mit hellem zauberischem Glänze und

*) Sein Bild nach alten Kameen und Büsten ist diesem Bande beigefügt, dieBeschreibung desselben nach Sueton zur Erklärung seiner Kamee in der Beilageenthalten.