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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
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'.104 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu AUgustua f3233Q v. Chr.).

Linie vor und machte mit ihren frischen Kräften den letzten entscheiden-den Stoss gegen die Linien des Pompejus.

Bei allen solchen Angriffen, welche den Feind unvermuthet auf allenPunkten seiner Stellung gleichzeitig treffen und mit einem Schlage dieEntscheidung bringen sollten, bedurfte es keiner dritten Linie oder Re-serve. So griff Cäsar das alte oder ursprüngliche Lager des Pompejushei Dyrrhachium nur mit zwei Linien an. Pompejus hatte sich, nachdemsein Angriff auf die südlichen Schanzen Cäsar's abgeschlagen war, ausser-halb dieser letzteren verschanzt, um einen Verthcidigungspuukt undgrössere Freiheit zur Beschaffung von Lebensmitteln zu haben. Cäsarverschanzte sich seinerseits sehr nahe ihm gegenüber, um ihn hieran zuhindern, und als er erfuhr, dass Truppen des Pompejus. dem Anscheinnach etwa eine Legion, zu dem alten Lager des Pompejus zögen, führteer 33 Cohorten, d. h. also dreimal so viel Truppen, gegen sie, um siein Front und Flanken anzufallen, zu umzingeln und gefangen zu nehmenoder aufzureiben. Dazu gebrauchte er eine lange Front, einer drittenLinie oder Reserve bedurfte er nicht. Hierbei hatte Cäsar keinen Fehlerbegangen , ausser, dass er nicht erwartet hatte, dass des Pompejus Re-serven so rasch zur Hülfe herbeieilen würden, in Folge dessen auch Cä-sar's Angriff misslang.

Eine vierte Linie bildeten: bei Pharsalus die sechs Reservecohor-ten auf Cäsar's rechtem Flügel, bei Ucita die fünfte Legion auf demlinken Flügel der Schlachtordnung Cäsar's, und bei Thapsus dieselbeLegion, welche zu gleichen Hälften auf beiden Flügeln gegen die Ele-phanten Scipio's bestimmt war.

Wenn der Feind den einen Flügel bedeutend stärker gemacht hatte,als den andern, so stellte auch Cäsar diesem stärkeren Flügel vier, demandern nur drei oder zwei Linien gegenüber, wie z. B. bei Ucita, wo aufseinem rechten Flügel nur zwei Linien, auf dem linken aber drei Linienund ausserdem die fünfte Legion als vierte Linie standen.

Die Reiterei stellte Cäsar verschieden auf, je nach den Umständen:entweder zu gleichen Theilen auf beiden Flanken, oder die gesainmteauf einer Flanke (wie bei Pharsalus auf der rechten, bei Ucita dagegenauf der linken) in enger Verbindung mit der vierten Linie, entweder vordieser, wie bei Pharsalus, oder dahinter, wie bei Ucita, oder endlichdie ganze Reiterei hinter der Linie des Fussvolks, wie z. B. bei dem An-griff auf das alte Lager des Pompejus bei Dyrrhachium.

Das leichte Fussvolk war bei den entscheidenden Angriffen desLegionarfussvolks von geringem, dagegen von sehr grossem Nutzen beisolchen Gelegenheiten, wo zwar die Absicht des Angriffs vorlag, manaber doch erst abwarten wollte, was der Feind unternehmen werde, wiez. B. bei der Stellung Cäsar's gegen Afranius bei Ilerda am Sicorisfluss