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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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46. Art und Kunst der Kriegführung Cäsar 8 (4945 v. Chr.). 303

Armee Cäsar's bei Ilerda am Sicorisfluss gegen das Lager des AfraniusPetrejus in Schlachtordnung (acte instructa) , was gewöhnlich nur aufkurze Entfernungen, nicht über 16,000 Schritt oder etwa drei Zeitstundengeschah.

Beim Ruckzug formirte Cäsar sein Heer oder seine Corps bisweilenin einem grossen Viereck (agmen quadratum) , sogar in kreisrunder ge-schlossener Ordnung [orbis], wie z. B. bei dem Rückmarsch von Zetanach Ucita und Raspina in Afrika im Jahre 46.

Bei Flankenmärschen auf kurze Entfernungen, welche immer inSchlachtordnung [acie instructa) stattfanden, marschirten Cäsar's Legio-nen in Linien, und zwar in drei [acie triplice) , oder in zwei [acie duplice) ,wie im §.279 bereits angegeben. So marschirten sie z. B. in Hispanienbei Ilerda am Sicoris im Jahre 49, bei Dyrrbachium im Jahre 48, undin Afrika mehrmals bei Ruspina und Ucita und von Ruspina nach Agarund Thapsus, in den Jahren 47 und 46. Dabei gingen in offnem Ter-rain, wie zwischen Ruspina, Agar und Thapsus, auf der dem Feinde zu-gewandten Flanke besondere Sicherungsabtheilungen, ähnlich den Avant-und Arrieregarden. ,

Der Aufbruch des Heeres aus dem Lager Angesichts des Feindeskonnte zwar ohne die dazu üblichen Signale erfolgen, es galt dies aberder Ehre zuwider, und Cäsar liess keine Gelegenheit vorübergehen, zudem Abmarsch der ganzen Armee aus dem Lager das gewöhnliche Signalzu geben, um den Feind laut davon in Kenntniss zu setzen; so z. B. beidem Abzüge von Dyrrhachium nach Apollonia und von da nach Thessa-lien u. s. w.

Waren Furten in Flüssen zu durchschreiten, so stellte Cäsar querdurch den Fluss der Strömung entgegen zwei Linien Cavallerie, zwischenwelchen das Fussvolk hindurch zog. Bei Ilerda stellte er durch denSicoris oberhalb Saumthiere, unterhalb Reiter.

Flussbrücken baute er, je nach Umständen, aus Schiffen, wie überden Sicoris bei Ilerda, oder aus Schanzkörben, welche mit Steinen ge-füllt und auf die Sohle des Flussbettes versenkt wurden, oben aber mitdem Wasserspiegel gleich hoch standen, wie z. B. am Bätis in Hispanienim Jahre 45. i

Bei Angriffsschlachten wurde die dritte Linie der Reserve entwederzu offensiven oder zu defensiven Zwecken verwendet (s. §. 280). Soz.B. bei Pharsalus, als seine erste und zweite Linie bereits die des Pom-pejus erschüttert, aber noch nicht zurückgedrängt hatte, die vierte LinieCäsar's aber (die sechs Reserve-Flankencohorten) seine rechte Flankesicherte und die linke Flanke des Pompe jus angriff, brach Cäsar's dritteLinie aus eignem Antriebe durch die Intervalle der ersten und zweiten