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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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302 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

zu kommen, sich zu formiren und zusammenzuschliessen und dann aufsNeue mit dem Speer in der Hand auf des Pompejus Legionare zu stürzenund sie um so sicherer damit zu durchbohren. Sie hätten andernfalls zuweit und zu lange laufen müssen und würden sich dadurch bedeutendermüdet und in Unordnung gebracht haben.

Bei Angriffen von römischem Fussvolk gegen römisches Fussvolkwarfen sich die Angreifer nicht auf die Intervalle der feindlichen Cohor-ten, sondern direct auf deren ganze Front, und ebenso nicht gegen dieFlanken einzelner Cohorten, sondern gegen die Flanke der ganzen feind-lichen Linie. Dies geschah deshalb, weil die Aufstellung des römischenFussvolks gute, obschon einfache Mittel gegen solche Angriffe besass,abgesehen davon, dass die taktische Kampfart des römischen Fussvolksüberhaupt vollkommen auf ein Durchbrechen der feindlichen Linie be-rechnet war.

Die Aufstellung in Masse (orbis) war eine Vertheidigungsformationgegen einen feindlichen Angriff von vielen oder allen Seiten. So zogsich in der Schlacht bei Nicopolis die 36. Legion kämpfend bis zum Fusseiner Anhöhe zurück und formirte sich dort in Vertheidigungsmasse(Carre). So wurde auch Cäsar bei seiner rückgängigen Bewegung vonZeta in Afrika zu seinem Lager bei Ucita gezwungen, sich endlich ingleicher Weise zu formiren und den Rückzug so fortzusetzen.

In Bezug auf Aufstellung und Kampfart der römischen Cavalleriebietet die Schlacht bei Pharsalus auf Seiten des Pompejus ein Beispielder Anwendung grosser Cavalleriemassen, welche nach der am Schlussdes §. 278 geschilderten Weise zusammengesetzt und aufgestellt waren,d. h. in Colonnen aus Reiter-»Flügeln« [ala) standen, z. B. drei Türmen(24 Rotten) Front und vier Türmen (16 Glieder) tief. Auch bei Cäsarbefanden sich zehn »Flügel« oder Regimenter Cavallerie, in einer Stärkevon 4000 Mann beisammen, und Cäsar verstand diese Reiterei vorzüglichzu verwenden, sowohl in der Schlacht, wie im Felde zum Sicherheits-und Kundschafterdienst, wie namentlich zur Verfolgung des Feindes.Man muss im Allgemeinen sagen, dass Taktik und Kampfart der römi-schen Cavallerie zu dieser Zeit sehr entwickelt und gegen früher ausser-ordentlich vervollkommnet war.

Der Bürgerkrieg bietet auch viele Beispiele der geraden Angriffs- oderRückzugsbewegungen, wie der Seiten- oder Flankenoperationen der ArmeeCäsar's und der hierbei beobachteten Marschordnung der Legionen, derReiterei, des leichten Fussvolks und der Bagage. Zu den bei weitembedeutendsten gehört die hervorragende Rückzugs- und Flankenbewe-gung von Dyrrhachium nach Apollonia und von dort nach Thessalien,und ebenso der Marsch von Ruspina nach Agar und dann nach Thapsus,und manche andere. Bemerkenswert!! ist auch der Vorwärtsmarsch der