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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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46. Art und Kunst der Kriegführung' Ciisar's (4045v.Chr.). 301

merkwürdig sind, dass sie, mit Manövers begonnen, mit einer Einschlies-sung durch fortificatorische Arbeiten endeten. Im Wesentlichen dengleichen Verlauf nehmen die Operationen bei Dyrrhachium, Ruspina undUeita, und am Bätisflusse. Auch die kühne Bewegung Cäsar's in Afrika,von Ruspina nach Zeta im Rücken Scipio's, gehört zu dieser Art von Ope-rationen.

Hat Cäsar in offener Feldschlacht gesiegt, wie bei Pharsalus, Zela,Thapsus, Munda, so verfolgt er den geschlagenen Feind mit dem änsser-sten Aufgebot an Kräften, Schnelligkeit und Nachdruck und verdoppeltdadurch die wichtigen Resultate des Sieges, sowohl in kriegerischer, wienamentlich in politischer Beziehung.

Im Missgeschick aber entwickelt Cäsar, wie in Gallien, die grössteEnergie, sorgt vor allen Dingen für die Ermuthigung seiner Truppen,Aufrechthaltung der Festigkeit des Geistes, und marschirt dann wie einSieger, nicht wie ein Besiegter, in anderer Richtung ab. So z. B. verfuhrer nach der Niederlage bei Dyrrhachium, da er nach Thessalien auf-brach und auf dem Wege dorthin in kleinen, aber glücklichen Unter-nehmungen Erfolge zu erringen suchte, wie z. B. durch die Einnahmeder Stadt Gomphi auf dem Wege nach Pharsalus.

§. 328.In taktischer Beziehung.

Die taktische Formation, Bewegungs- und Kampfesart der TruppenCäsar's im Bürgerkriege bieten im Ganzen dieselben Züge, wie sie im§. 278 dargestellt wurden. Da aber Cäsar's römische Krieger bereitsgegen gleichfalls römische und in gleicherweise taktisch ausgebil-dete Truppen kämpften, so ist es sehr natürlich, dass in der taktischenFormation, Bewegungs- und Kampfart der Truppen nicht selten denUmständen nach verschiedenartige, dem Geiste aber der römischen Tak-tik entsprechende Besonderheiten zum Vorschein kommen. So z. B.kämpfen bei Ilerda gleich zu Anfang ganze fünf Stunden lang Cohortengegen Cohorten bald vordringend, bald zurückweichend ausschliesslichmit Wurfgeschossen (pilum) gegen einander und greifen erst ganz zuEnde zu den Schwertern. Vor Beginn der Schlacht bei Pharsalus hattePompejus nicht ohne Grund seinen Truppen Befehl gegeben, den Angriffvon Cäsar's Fussvolk stehenden Fusses zu erwarten, um dadurch dieerste Wirkung der feindlichen im Laufe geschleuderten Wurfgeschosseabzuschwächen oder ganz aufzuheben. Deshalb machten hinwiederumdie cäsarischen Legionare, da sie sahen, dass die des Pompejus stehenblieben und ihnen nicht entgegen stürmten, von selbst Halt, um zu Athem