300 III Vom Tode Alexanders cl. Gr. bis zu Augiistus (328-30 v. Chr.).
bezüglich des Bürgerkrieges. Die Besetzung der entscheidenden Punkteerfolgte theils zu Lande, vorzugsweise aber zur See: so im Jahre 49 vonBrundisium aus — Epirus, im Jahre 48 von Griechenland aus — Alexandriaim Jahre 47 von Sicilien aus — Afrika, und im Jahre 46 von Italien aus— Südhispanien. Zu Lande waren die entscheidenden OperationspunkteCäsar's: Brundisium, die Pyrenäenpässe, Ilerda, Dyrrhachium und Phar-salus in den Jahren 49—48, Alexandria und dann der Punkt am Nil, wodes Ptolemäus Heer stand, und Zela in Klein-Asien in den Jahren 48 —47, Ruspina, Ucita und Thapsus in Afrika in den Jahren 47 — 46, undendlich Ulia, Corduba und Mundain Südhispanien in den Jahren46—45.
Was die Gegner Cäsar's im Bürgerkriege anbetrifft, so standen siealle weit unter ihm, von den unbedeutenden ägyptischen Feldherren undPharnaces an bis zu Pompejus selbst und dessen Hauptgefährten undUnterfeldherren: Afranius, Petrejus, Varus, Labienus, Scipio und denSöhnen des Pompejus, Cnejus und Sextus. Sie alle entwickelten gerin-ges Geschick gegen Cäsar, dem aber dennoch ihre endliche Ueberwin-dung ebenso bedeutende Mühe machte, als sie Kunst erforderte und Ehreeintrug.
Ganz wie in Gallien zog Cäsar den Kampf in offenem Feldevor, wurde aber durch die Verhältnisse weit häufiger gezwungen zumanövriren oder zu Belagerungen oder grossen fortificato-rischen Arbeiten zu greifen. In Bezug auf die offene Feldschlachtkommt die Aufstellung Cäsar's ganz nahe beim Feinde sehr oft vor, soz. B. bei Ilerda, Dyrrhachium, Pharsalus, in Alexandria, am Nil, beiZela, Ruspina, Ucita, Thapsus, Ulia, Corduba, Munda und an vielen an-deren Orten in den verschiedenen Gegenden, wo der Bürgerkrieg geführtwurde. Die Ursachen hierfür wurden bereits an ihrer Stelle erläutert.Besonders reich aber sind die Campagnen Cäsar's während des Bürger-krieges an M a n ö v r i r e n u n d E i n s c h 1 i e s s u n g e n im grossen Mass-stab. Sein Manövriren bezweckte ein Drücken auf die Verbindungen desFeindes zu seinen Truppencorps und namentlich seinen Magazinen undzu solchen Orten, aus denen der Feind Lebensmittel, Fourage und Was rser beziehen konnte. Durch solche Art von Manövers, wie durch gewal-tige fortificatorische Arbeiten zeichnen sich besonders Cäsar's Operatio-nen bei Ilerda, Dyrrhachium, in Epirus und Thessalien, in Afrika beiRuspina, Ucita und Thapsus, und in Hispanien die am Flusse Bätis aus.Weit häufiger als in Gallien, greift Cäsar im Bürgerkriege zu entschei-denden Operationen vermittelst eines Manövers auf die Verbindungendes Feindes, und zwar hauptsächlich deshalb, weil für den Fall einesKampfes um die Verbindungen Cäsar ein viel grösseres Vertrauen zusich und seinen Truppen und Offizieren besass. Das erste Beispiel die-ser Art bieten Cäsar's Operationen bei Ilerda, welche noch dadurch