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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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46. Art und Kunst der Kriegführung Cäsar's (49-15 v. Cliv.). 299

doch stets an Zahl schwächer als diese und übertraf sie nur in Hinsichtauf die taktischen und moralischen Eigenschaften seiner Krieger, mitwelchen er, wie er sich äusserte, den ganzenHimmel umkehrengekonnt hätte.

Im Bürgerkriege hatte er immer weit mehr römische, als Hülfstrup-peu, sowohl zu Fuss als zu Pferde, was theils in den Umständen, theilsauch darin lag, dass er die fest gegliederte Einheit der Ersteren nichtdurch Hinzufügung der Letzteren zerreissen und ihnen dadurch mehrSchaden als Nutzen bringen wollte.

Die numerische Ueberlegenheit des Gegners bewog ihn, ähnlich wiein Gallien, seine Kräfte möglichst selten und wenig zu theilen, sondernsie beisammen zu behalten, obgleich er weit mehr Erfahrung erlangthatte und mehr Vertrauen zu sich selbst und zu seinen Legaten und Sol-daten besass und daher eine Theilung seiner Kräfte weniger fürchtete,als in Gallien. Am meisten zersplitterte er sie zu Anfang des Bürger-krieges, nachdem Pompejus von Brundisium nach Griechenland abge-fahren war. Damals concentrirte er bei sich in Hispanien nur sechs Le-gionen, während drei Massilia belagerten, vier sich nach Sicilien undAfrika wandten, eine in Sardinien stand, und die übrigen in Italien blie-ben, zu Brundisium und an den Ufern des Meeres. In Epirus zog er ge-gen Pompejus zehn Legionen zusammen, von denen 82 Cohorten beiPharsalus fochten.

Wie er es in Gallien gethan, so suchte Cäsar seine Gegner zur Thei-lung ihrer Kräfte zu zwingen und sie einzeln durch rasche und entschei-dende Operationen zu schlagen.

Deshalb waren auch, eben wie in Gallien, die Gegenstände seinerAngriffsoperationen die nächsten oder wichtigsten Punkte, wo die Machtseiner Gegner versammelt stand. So wandte im Jahre 49 er sich directgegen den Punkt, wo Pompejus seine Streitkräfte zusammenzog, d. h.Brundisium, und sicherte sich dadurch den Besitz von Rom. Als dannPompejus nach Griechenland ging, musste wegen der ihm fehlendenFlotte sich Cäsar darauf beschränken, die Ostküste Italiens gegen Pom-pejus zu decken.

In den andern, im §. 275 angegebenen Hinsichten verfuhr er auchim Bürgerkriege ganz ebenso, wie in Gallien. Wir bemerken nur, dassin Bezug auf Verpflegung des Heeres er sich weit öfter als in Gallien inmehr oder weniger schwieriger Lage befand, da es an Lebensmittelnfehlte, und dies war von mehr oder minder wesentlichem Einfluss aufseine Operationen, zeigte aber auch die grosse Sorgfalt, mit welcher ersich um die Verpflegung und den Unterhalt seiner Truppen kümmerte.

Alles, was im §. 276 von der Ausführung der Entwürfe, Eröffnungdes Feldzuges und der weiteren Operationen gesagt wurde, gilt auch