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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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296 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus [323-^30 v. Chr. 1 .

gallischen Kriege erlangt hat. Obgleich er im Bürgerkriege nicht ganzfrei von Fehlern ist, welche an ihrer Stelle hervorgehoben wurden, somachte er deren doch sehr viel weniger als im gallischen Kriege, undseine Operationen können fast alle, oder wenigstens vorwiegend tadellosgenannt werden. Gleich von vornherein wählte er, sehr natürlich undrichtig, Italien und Korn zum Gegenstande seiner Offensivoperationenund bemächtigte sicli binnen 60 Tagen oder zweier Monate derselben fastohne Schwertstreich. Von den drei Ländern, wo seine Gegner stehen:Griechenland, wo Pompejus mit der Hauptmacht, Hispanien und Afrika,wo dessen Legaten mit Theilen der Streitkräfte sich befinden, wählt erdann Hispanien, und richtet seine nächsten Angriffe dorthin, Italien nachOsten und Süden nur durch Vertheidigungsmassregeln gegen Pompejusin Griechenland und Varus in Afrika sichernd. Die Gründe hierfür klärter zwar in seinen Schriften nicht hinlänglich auf, sie waren aber ohneZweifel für ihn triftig genug, denn sie betrafen seine eigenen Interessenund Vortheile, und deshalb müssen neuere Beurtheiler der Frage, obCäsar am besten sich nach Griechenland, oder nach Hispanien, oder nachAfrika gewendet hätte, sich bequemen, Cäsar's Entscheidung als dierichtigste anzuerkennen, und Cäsar ging zuerst nach Hispanien unddann nach Griechenland.

Aber die Ereignisse in Hispanien, die Belagerung von Massilia, dieAngelegenheiten in Rom und der Mangel einer Flotte hielten ihn längerauf, als er gewollt hatte, und er setzte kaum mit der Hälfte seiner Armeegerade zur ungünstigen Jahreszeit und unter den schwierigsten Ver-hältnissen nach Epirus über, als die Flotte des Pompejus oder Seestürmeseine Ausschiffung verhindern konnten. Und obgleich sein Glück ihndann wohlbehalten an der epirotischen Küste landen Hess, so befand ersich dort nun in einer sehr schwierigen und gefahrvollen Lage gegenüberdem an Kräften überlegenen Pompejus. Sein Glück und seine Kunstermöglichten ihm auch jetzt wieder, sich mit Erfolg gegen den unthäti-gen Pompejus zu halten, ja sogar ihn durch Angriffsoperationen zu ge-fährden, nach fünf Monaten sich mit Antonius und der anderen Hälfteseiner Armee zu vereinigen und den Pompejus bei Dyrrhachium eiuzu-schliessen.

Allein dieses zu gewagte, fast tollkühne Unternehmen endete miteiner theilweisen Niederlage Cäsar's, in Folge welcher er dann seinenausserordentlich geschickten Marsch nach Thessalien antrat, sich dortmit Domitius vereinigte und endlich den Pompejus durch seine klugenDispositionen in der Schlacht bei Pharsalus besiegte.

Seine nachdrückliche und rasche Verfolgung des Pompejus bisAlcxandria, nur mit einer geringen Anzahl Truppen und Schiffe, seineunzeitige Einmischung in die Angelegenheiten Aegyptens, sein Feldzug