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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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40. Art und Kunst der Kriegführung Cäsar's (4945 v. Chr.). 295

übrigen Führer der pompejanischen Partei gehören mit ihren Thatenund Eigenschaften nur in die zweite Linie, waren von untergeordneterBedeutung.

Unvergleichlich höher stand die erhabene Persönlichkeit Cäsar's sowohlan aussergewöhnlicher Kraft des Verstandes und Willens, als an mäch-tigem, unwiderstehlichem moralischen Einfluss auf Alles und Alle, wiean höchster Kunst der Entwürfe und Operationen. Fest gestützt auf dieunbedingte Ergebenheit und das Vertrauen von Volk und Heer zu ihm,in Allem und für Alle das einzige und weise Haupt, der geschickte undfeste Führer, vollkommen selbstständig und frei handelnd nach eigenemAntrieb und Ermessen, ungewöhnlich energisch und thätig, umsichtigund klug, kühn, ja verwegen, aber stets mit verständiger Vorsicht, warCäsar seinen Gegnern so unendlich überlegen, dass er sie früher oderspäter überwinden musste, wenn das auch nicht ohne Gefahr für ihn seinkonnte. Als Mensch gross, war er doch nicht ganz frei von politischenFehlern, so z. B. Hess er demPompejus in Griechenland wohl zu langeZeit, ebenso nachher, in Folge des alexandrinischen Krieges, der Parteidesselben in Afrika, die er nicht beachtet und nicht bekämpft hatte.Aber diese Fehler waren doch fast gleich Null im Vergleich mit dengrossen und ungeheuer wichtigen, folgenschweren Fehlern, welche vonfast allen seinen Gegnern begangen wurden.

Wenn man auf diese Weise die beiderseitigen kriegspolitischenZiele, Ursachen und Mittel des dritten römischen Bürgerkrieges zwischenCäsar und Pompejus und dessen Partei einander gegenüberstellt und ver-gleicht, muss man zu dem Schluss gelangen, dass Cäsar der weit über-legene Theil war, der alle Bedingungen erfüllte, welche ihn zumTriumphe führen mussten.

§. 327.In strategischer Beziehung.

Zur Vervollständigung dessen, was in dieser Hinsicht bereits im40. Kapitel §. 274 282 bezüglich der Führung des gallischen Kriegesvon Cäsar gesagt wurde, soll hier noch in der gleichen Ordnung ange-führt werden, was sich über denselben Gegenstand vom Bürgerkriegezwischen Cäsar und Pompejus resp. dessen Partei bemerken lässt.

Vor Allem ist zu erwähnen, dass auch in diesem Kriege Cäsar sichdurchaus als geborener g r o s s e r F e 1 d h e r r erweist, der nun die höchsteEntwickelung und Kraft seiner ungewöhnlichen kriegerischen Gaben er-reicht und zugleich eine ungemeine Kriegserfahrung in dem schwierigen