Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Sechsund vierzigstes Kapitel.

Art und Kunst der Kriegführung Cäsar's währendder Bürgerkriege (4945 t. Chr.).

§. 326. In kriegspolitischer Hinsicht, §.327. In strategischer Beziehung. §. 328. Intaktischer Beziehung. §. 329. In Bezug auf Fortijication und Belagerungskunst.§. 330. Schluss.

Quellen und historische Hülfsmittel, die im 36. Kapitel ungegebenen , vonneueren besonders Turpin de Crisse, Guischard, Napoleon I., Lossau und Rüstow.

§. 326.In kriegspolitiseher Hinsieht.

Der dritte römische Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejus, undnach des Letzteren Tode der pompejanischen Partei, hatte auf beidenSeiten dieselben Ziele, aber verschiedene Ursachen undMittel. Wie in den beiden ersten Bürgerkriegen waren: Ueberwindungund Vernichtung des politischen Gegners und seiner Partei, und Besitzder ungetheilten höchsten Gewalt in Rom und im römischen Staate dieZiele. Die Ursachen aber, und zwar die offenbaren, osten-siblen waren die unfreundlichen, ungerechten, drückenden und demti-thigenden Forderungen des Pompejus, des Senats und der römischenAristokratie an Cäsar und ihre Nichterfüllung durch diesen, die gehei-me n dagegen die politische Nebenbuhlerschaft dieser beiden ehrgeizigenMänner, Cäsar und Pompejus, und das Streben eines Jeden von ihnennach der alleinigen ungetheilten Herrschaft im Staate. Die mehrmali-gen, ernsthaft gemeinten oder auch nur scheinbaren, jedenfalls aber un-ausführbaren und daher auch erfolglosen Versuche Cäsar's zu friedlichemAusgleich und Herstellung des Einverständnisses mit Pompejus kommenhierbei nicht in Betracht, sie konnten unmöglich von Erfolg sein, weilweder der Eine noch der Andere die Absicht haben konnte und hatte,abermals ein Dunm virat aufzurichten. Noch verschiedener aber waren