292 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—,'i() v. Chr.).
des Pompejus und ihre Partei Sympathien hatte, und dass sie dadurchdie Ersteren im höchsten Grade gegen sich aufbrachten, Cäsar aber dieMittel zur Ueberwindung der Letzteren erleichterten. Ausserdem mach-ten sie sich grosser Unachtsamkeit, Sorglosigkeit, Unfähigkeit im Dispo-niren, Ungeschicklichkeit in Entwürfen und Ausführung schuldig, undals sie dann Auge in Auge Cäsar gegenüberstanden, verloren sie voll-ständig den Kopf und machten fehlerhafte Bewegungen und Operationen.Cnejus Pompejus wird dann in der Richtung gegen das Meer hin, wo er,allerdings mit dem Kücken an dasselbe gedrängt, dennoch eine vorzüg-liche Position gefunden hatte, in welcher er nicht allein sich sehr gutvertheidigen, sondern sogar Cäsar besiegen konnte, aus dieser Stellunggelockt und in Folge des Angriffs von Bogud auf sein Lager, wie durchden Marsch des Labienus mit fünf Cohorten dorthin und die dadurch ent-stehende Panik in seinem Heere u. s. w. selber derart aufs Haupt ge-schlagen, dass er seine ganze Armee verliert und seine Sache gänzlichverspielt hat. Aber selbst dann noch konnte er in denjenigen Theil Hi-spaniens sich begeben, dessen Einwohner auf der Seite der pompejani-schen Partei standen, dort die Ueberreste seines Heeres sammeln, sichdurch neue Aushebungen verstärken, Cäsar zu einem neuen Feldzugegegen sich zwingen, ihm viel Abbruch thun und Mühe verursachen, undwenn auch nicht den Krieg zu seinen Gunsten wenden, so wenigstensihn sehr in die Länge ziehen, was für Cäsar höchst nachtheilig gewesenwäre. Aber er that Nichts von dem Allen und bewies dadurch, dass ergleich seinem Vater durchaus kein ebenbürtiger und fähiger GegnerCäsar's war; er verlor den Kopf, ergriff die Flucht und überlieferte da-durch Hispanien an Cäsar. Ganz ebenso wandte sein Bruder Sextus nachder Schlacht bei Munda sich zur Flucht und that Nichts weiter, um Cäsarnoch ferner Widerstand zu leisten.
Es ist dem noch hinzuzufügen, dass aus dem Umstände, dass Cäsarfünf Monate nach der Schlacht bei Munda zur gänzlichen Pacificirungvon Hispanien gebrauchte, deutlich hervorgeht, bis zu welchem Gradedie Söhne des Pompejus und ihre Partei die für sie günstigen Verhält-nisse ungenutzt gelassen und die Möglichkeit sich in diesem Lande nochlange zu halten hatten vorübergehen lassen. Und ein Glück war es fürCäsar hier, wie in allen Ländern und bei allen Gelegenheiten währenddes Bürgerkrieges, dass er solche Gegner hatte. Aber dieses Glück ver-stand Cäsar geschickt auszunutzen, wie dies daraus ersichtlich ist, dasser alle seine Gegner nicht ohne grosse Mühe zu überwinden vermochte,den Pharnaces ausgenommen, zu dessen Besiegung er in der That nurzukommen, zu sehen und zu siegen brauchte, während er diesvon den Andern nicht sagen konnte.