45. Dritter röra. Bürgerkrieg zwischen Ciisar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 291
2) Cato, ein Mann von grossem Ansehn und Gewicht, der viel Ein-fluss auf die Geister und die öffentliche Meinung hatte, würde weitbesser gethan haben, wenn er, statt sich thörichter Weise das Leben zunehmen, was für die pompejanische Partei ein grosses Unglück war, sichuach Corduba begeben hätte in das Lager der Söhne des Pompejus,denen er von grossem Nutzen gewesen sein würde.
3) Die Schlacht bei Munda sei die einzige von allen Schlachten Cä-sar's gewesen, in welcher er selbst den Feind ohne Rücksicht auf dessenfeste Stellung angegriffen habe; die Bewegung des Labienus mit denfünf Cohorten dem Lager zu, an sich sehr gut, habe aber den Kampf zuGunsten Cäsar's entschieden, — ein Zufall, der nicht selten in Schlach-ten vorkomme, wo die kleinste Bewegung, Evolution oder dergleichenaugenblicklich einen Umschwung herbeiführe und den Sieg entscheide.
4) Bei Pharsalus habe Cäsar 200 Mann, bei Thapsus 50 Mann, beiMunda 1000 Mann verloren, während seine Feinde ihre ganzen Ar-meen dabei einbüssten, —ein enormes Missverhältniss, das ledig-lich aus der Bewaffnung, Aufstellung und Kampfart der Truppen imAlterthum erklärlich sei, welche von der der neuen Zeit sehr abwichen.Indem Napoleon die Schlachten des Alterthums mit denen der neuerenZeit vergleicht, widerlegt er die oft aufgestellte Behauptung, dass dieersteren blutiger gewesen seien als die letzteren, und sagt, dass im Ge-gentheil die ersteren seltener und weniger blutig in ihrem Gesammt-ergebniss gewesen seien, als die täglichen und verschiedenen Arten vonGefechten, von den kleinsten bis zu den bedeutendsten, wie sie in derneueren Zeit vorkämen, deren Gesammtresultat weit grössere Opfer undVerluste aufweise.
Endlich verwirft er 5) die Meinung Einiger, wonach Cäsar währendder Schlacht bei Munda sich aus Verzweiflung fast das Lebengenommen habe, indem er darauf hinweist, dass ein solcher Schrittden Untergang seiner Partei herbeigeführt haben würde, dass- seineArmee geschlagen sein würde , dass das Haupt einer politischen Parteidiese nicht willkürlich im Stiche lassen könne, endlich, dass der Selbst-mord (natürlich vom heidnischen Standpunkt aus) in solchen Fällendurch Nichts zu rechtfertigen sei, denn wer könne denn jemals alle Hoff-nung auf dem wechselvollen Schauplatz der Welt verlieren, wo der Todeines Menschen oft einen totalen Umschwung der Dinge herbeiführe 1
Der General Lossau bemerkt seinerseits, dass die Söhne des Pom-pejus Anfangs alle, oder wenigstens eine überwiegende Menge von ver-schiedenartigsten Vortheilen auf ihrer Seite gehabt hätten, die sie auchauszunutzen beabsichtigten, aber nicht verstanden. Ihr Hauptfehler war,dass sie weder das Land schonten, in welchem sie sich befanden, nochdie Einwohner, deren eine Hälfte für Cäsar, die andere für die Söhne
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