290 III. Vorn Tode Alexanders d. Gr. bis zu Angustus (323—30 v. Chr.).
wobei auf beiden Seiten ungewöhnlich grausam verfahren wurde, undCäsar's Krieger 22,000 Menschen niedermachten. Die Wegnahme derübrigen noch in Feindes Hand befindlichen Städte verursachte Cäsar vieleMühe und Arbeit, woraus hervorgeht, dass die Partei des Pompejus trotzder Niederlage bei Munda noch zahlreich genug in Hispanien war undan dem Entschluss festhielt, sich bis auf's Aeusserste hartnäckig zu weh-ren. Die'Städte, in welchen Besatzung und Einwohner in Uebereinstim-mung handelten, vertheidigten sich sehr ausdauernd, aber auch in diesehatte sich Verrath eingeschlichen, der endlich zur Unterwerfung derselbenführte. Die Darstellung der schliesslichen Beendigung des hispanischenKrieges ist bei Hirtius Pansa sehr ungenügend; sicher ist nur dies, dassCäsar vom März bis September (von Ende December bis Juli nach julia-nischem Kalender) die Partei des Pompejus in Hispanien vollkommenvernichtet und das Land sich unterworfen hatte, dann nach Rom zurück-kehrte und dort einen Triumph feierte, — dieses Mal schon nicht überVölker fremden Stammes und fremde Länder, sondern über Kömer,ja mehr über die Söhne des Pompejus, was grosse Unzufrieden-heit erregte, namentlich bei den Anhängern der republikanischen Regie-rungsform und den Feinden Cäsar's.
Es bleibt endlich noch zu bemerken, dass in dem hispanischenKriege der siebenzehnjährige Octavius, der später als Cäsar 0eta-vianus und als Kaiser Augustus bekannte, von Cäsar sehr ge-liebte Neffe, unter Cäsar's Augen seineu ersten Feldzug machte.
§. 325.B etraehtungen.
Ueber den hispanischen Krieg macht Napoleon I. folgende Bemer-kungen :
1) Cäsar habe 23 Tage zum Land mar seh von Rom bis zur SierraMorena in Hispanien gebraucht. Es ist unbekannt, woher er diese An-gabe entnommen. Hirtius Pansa enthält sie nicht, auch aus anderenQuellen geht sie nicht hervor, es ist vielmehr höchst wahrscheinlich, dassCäsar, um den Krieg in Hispanien schleunigst zu beenden, sich zur See,und nicht zu Lande dorthin begab. Guischard und Turpin de Crisse,die gediegensten Commentatoren Cäsar's, sagen darüber Nichts. NeuereKriegshistoriker nehmen an, dass Cäsar über das Meer fuhr und an demsüdöstlichen Ufer von Hispanien landete, wahrscheinlich da, wo früherNeu-Karthago lag (heute Cartagena), da er von hier am nächsten zuden Quellen des Bätis (heute Guadalquivir) gelangen konnte.