45. Dritter rüm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 289
Endlich entschied ein besonderer Zufall den Sieg: Bogud hatte sich mitseinen Numidiem rechts auf das Lager des Pompejus geworfen, woraufLabienus dem Lager fünf Cohorten zu Hülfe schickte. Als Cäsar dieBewegung dieser fünf Cohorten nach rückwärts sah, rief er: »sie flie-hen! « und drang mit den hierdurch neu angefeuerten Soldaten auf denFeind ein j gleichzeitig brach auch seine Cavallerie mit Ungestüm gegendenselben vor. Seine Krieger waren vollkommen überzeugt, dass derFeind zurückweiche, und die Soldaten des Pompejus hielten ihrerseits,da sie die rückgängige Bewegung ihrer fünf Cohorten sahen, dies gleich-falls für den Beginn des Rückzuges, wurden besorgt, kamen in Unord-nung und Verwirrung, stürzten theils nach ihrem Lager, grösstentheilsnach Munda zurück, wurden heftig verfolgt und schonungslos niederge-macht. Es war ein ungeheures Blutbad : 30,000 Erschlagene bedecktendie Wahlstatt, darunter Labienus, Varus und 3000 römische Bitter, undunter den Mauern von Munda wurde, nach Hirtius' Angabe, ein ganzerWall aus den Leichen der Gebliebenen aufgerichtet! Die Adler sämnit-licher 13 Legionen, eine grosse Zahl Feldzeichen und 17 höhere Offizierevon des Pompejus Armee waren die Siegestrophäen Cäsar's, dessen Ver-lust, wie Hirtius sagt, sich nur auf 1000 Todte und 500 Verwundete be-lief. Cnejus Pompejus floh mit einer kleinen Zahl Retter einem nahenSee zu, da er aber überall auf Cäsar's Leute stiess, so warf er sich in dieBerge, wurde dort eingeholt und getödtet. Sextus Pompejus rettete sich,als er in Corduba den Ausgang der Schlacht erfuhr, durch die Flucht zuden Celtiberern, wo es ihm in der Folge noch gelang, mit den Waffendie Sache seiner Partei einige Zeit lang zu verfechten.
Obgleich Hirtius diese Schlacht höchst unvollkommen, unklar undungenügend beschreibt, so scheint doch aus seiner, Plutarch's und DioCassius'Darstellung hervorzugehen, dass auf beiden Seiten, jedenfallsaber auf Cäsar's Seite, alle Reserven in den Kampf geführt wurden, unddass es einen Augenblick gab, wo der Stoss frischer Truppen den Siegentscheiden konnte und musste, wie es denn auch der Angriff der Caval-lerie Cäsar's, oder nach Andern, der Ueberfall des pompejanischen La-gers durch Bogud wirklich gethan hat.
§. 324.Beendigung des Krieges in Hispanien durch Cäsar.
Nach dem Siege bei Munda war Cäsar genöthigt, diese Stadt, inwelche sich die Trümmer der geschlagenen Armee gerettet hatten, zubelagern. Er übertrug diese Belagerung seinem Legaten Fabius Maxi^nius, mit den übrigen Truppen ging er nach Corduba und nahm es ein,
Galitzin, AllgeiB. Kriegsgeschichte. I, 4. 19