288 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augnstns (323—30 v. Chr.)
§. 323.Schlacht bei Munda.
Am andern Tage (17. März 45 nach altem, oder Ende December 46nach julianischem Kalender) wollte Cäsar weiter marschiren (wohin undweswegen, giebt Hirtius nicht an), als man ihm meldete, dass CnejusPompejus aus seinem Lager rücke. Die von Cnejus Pompejus gewähltePosition scheint sehr fest gewesen zu sein, sie war günstig gelegen undnoch durch die Befestigungen der Stadt Munda in der rechten Flanke,und durch bergiges durchschnittenes Terrain verstärkt. 13 Legionen desCnejus Pompejus standen in Schlachtordnung auf den Höhen links vonMunda, an deren Fusse ein Fluss mit sumpfigen und ungleichen Ufernströmte und den Angriff auf die Stellung sehr erschwerte. Auf dem lin-ken Flügel der Legionen waren die Cavallerie (wie stark, ist unbe-kannt) , 6000 Mann leichte und eben so viel Hülfstruppen aufgestellt.Cäsar, der vor Ungeduld brannte, den Krieg durch eine grosse Schlachtmöglichst rasch zu beenden, stellte seine Armee, 80 Cohorten (8 Legionen)und 8000 Mann Reiterei in der Ebene auf, die zehnte Legion auf demrechten Flügel, die dritte und fünfte mit der Reiterei und den mauretani-schen Hülfstruppen des Königs Bogud auf dem linken. Auch Cäsar'sTruppen ersehnten den Kampf, um den Krieg damit zu Ende zu bringen.Da aber Cäsar die Stellung des Cnejus Pompejus unangreifbar befand,so ging er, um Jenen in die Ebene zu locken, mit seinem Heere vor bisan den Fluss, wo er Halt machte. Cnejus Pompejus hielt dies für einZeichen, dass Cäsar fürchte seine Position zu attakiren, und war unkluggenug, von der Höhe in die Ebene herabzusteigen und dadurch alle seineVortheile aufzuopfern.
Bald entspann sich ein allgemeiner erbitterter Kampf. Der ersteAngriff der pompejanischen Truppen war so heftig und ungestüm , dassCäsar's Soldaten zu schwanken begannen und niemals der Sieg für Cäsargleich zweifelhaft gewesen war. Mehr als einmal warf er sich persön-lich mitten in das stärkste Handgemenge, seine Veteranen beschwörend,dass sie ihn nicht an Kinder überliefern sollten; in der Folge ge-stand er, dass in allen früheren Schlachten er nur um Erlangung desSieges, bei Munda aber um Rettung des eignen Lebens gefochten habe.Seine Worte und sein Beispiel feuerten seine Krieger mächtig an zu ver-doppelten Anstrengungen. Der Feind litt sehr von den Geschossen desleichten Fussvolks Cäsar's, und die zehnte Legion trieb den linken feind-lichen Flügel so in die Enge, dass Cnejus Pompejus, einen Angriff seinerFlanke befürchtend, eine Legion zur Verstärkung dorthin schickte.