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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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45. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4945 v. Chr.)- 287

sprechender Weise, dass man nur aus den Resultaten die Gründe zu denfolgenden Operationen Cäsar's errathen kann. Nach Hirtius fielen täg-lich kleine Treffen an dieser Brücke über den Bätis vor, wobei Cäsarviele Leute einbüsste und wie es scheint schliesslich genöthigt wurde,sein Lager zu verlassen und zu der Stadt Ategua (heute Tebala vieja)zu ziehen, um diese zu belagern; Sextus Pompejus folgte ihm und seineCavallerie wurde am andern Tage, da starker Nebel gefallen war, vonCäsar's Reitern unvermuthet überfallen und fast ganz in die Pfanne ge-hauen. Des Sextus Pompejus Absicht, der Belagerung von Ategua vor-zubeugen, stiess an Cäsar's starker Position auf ein Hinderniss; er über-schritt daher den heutigen Fluss G-uadajos, der in den Griiadalquivir unter-halb Corduba fliesst, und nahm zwischen den Städten Ategua und Ucubis(heute Lucubi) Stellung. Von hier unternahm er mehrere Märsche, griffden Hauptposten von Cäsar's Verschanzungen an, wurde aber abgewie-sen und zog sich nach Corduba zurück, wobei es zu vielen kleinen Ge-fechten kam, die günstiger für Cäsar als für ihn ausschlugen. Cäsarbelagerte die Stadt Ategua und bedrängte sie so, dass die Garnison end-lich die Stadt auf die Bedingung freien Abzugs übergeben wollte. Dasschlug Cäsar aber ab und führte einen Sturm aus, der zurückgeschlagenwurde; die Garnison, auf die Einwohner der Stadt erbittert, tödtete undverjagte einen grossen Theil derselben. Sextus Pompejus näherte sichden Belagerungslinien Cäsar's und scheint ziemlich kühn und geschicktoperirt und nicht gefürchtet zu haben, sich mit Cäsar in einen Kampfeinzulassen. Die Besatzung von Ategua wollte, nachdem sie die Stadtgeplündert, sich in das Lager des Pompejus durchschlagen, wurde aberabgewiesen und mit Verlust in die Stadt zurückgetrieben. Endlich, nachvielen Unterhandlungen und Scharmützeln, wurde die Stadt übergebe«,mit der Besatzung verfuhr Cäsar sehr grossmüthig.

Sextus Pompejus blieb in Corduba, Cnejus dagegen zog sich in dieStadt Ucubis zurück und bezog nahe derselben eine starke feste Stellung.Cäsar folgte ihm und lagerte sich sehr nahe bei ihm. Beide Armeenwechselten öfters ihre Stellung, wobei Cnejus Pompejus stets den Kampfin der Ebene vermied; nur zufällig wurde er in ein ziemlich bedeu-tendes Gefecht verwickelt, bei welchem sich Cäsar's Cavallerie undleichte Truppen so auszeichneten, dass er sie mit ausserordentlichenGeschenken und ihren Führer mit zwei goldenen Ketten belohnte.

Hiernach zog Cnejus Pompejus nach Hispalis (heute Sevilla) und vonda nach Ucubis und endlich nach Munda (heute Ronda la vieja, bei demDorfe Monda in Granada, westlich von Malaga, südlich von Marbella amMeeresufer). Cäsar folgte ihm, nahm Ventisponte, zog dann nach Car-ruca oder Carula und endlich nach Munda, wo er sich Cnejus Pompejusgegenüber aufstellte.