286 III. Vom Tode Alexander'» d. Gr. bis zu Augusfns (323—30 v. Chr.).
23 Tage nach der Abfahrt von Italien war Cäsar bereits am Bätis-fluss (heute Guadalquivir), zur selben Zeit, als Cnejus Pompejus dieStadt Ulia belagerte (heute Montilla am Fluss Cabra, oder nach AnderenMontemayor), die einzige, welche im Bätischen ihm noch Widerstandleistete, während Sextus Pompejus sich mit Truppen in Corduba amBätis befand (heute Cordova am Guadalquivir). Die Einwohner dieserletzteren Stadt schickten sogleich Gesandte an Cäsar mit der Meldung,dass Sextus Pompejus von seiner (Cäsar's) Ankunft noch Nichts wisse,sehr sorglos und unachtsam sei, und dass Cäsar leicht noch in der fol-genden Nacht sich Corduba's bemächtigen könne. In Folge dessen trugCäsar seinen Legaten Pädius und Fabius Maximus, welchen er den Ober-befehl über die in dieser Gegend befindliehen Truppen übergeben hatte,auf, die Nachricht von seinem (Cäsar's) Eintreffen überall zu verbreitenund ihm zur Bedeckung ein Reitercorps zu senden; um Zeit zu ersparen,brach er gleich selber zu ihrem Lager auf. Hierauf schickten auch dieEinwohner der belagerten Stadt Ulia eine Deputation an Cäsar mit derBitte um schleunigste Hülfe. Cäsar entsandte den Julius Patiecus mitsechs Cohorten*) und sechs Türmen Cavallerie nach Ulia. Unter demSchutze einer flüstern stürmischen Nacht gelang es diesen Truppen , un-erkannt vom Feinde sich ungehindert durch die Belagerungslinien zuschleichen, gleichsam als wollten sie einen nächtlichen Angriff auf dieStadt machen; kaum aber waren sie in der Stadt, so machten sie mitden Belagerten zusammen einen heftigen Ausfall, der dem Feinde grosseVerluste kostete. Während dessen war Cäsar seinerseits mit Truppennach Corduba aufgebrochen. Seine Avantgarde warf die ihm aus derStadt entgegen rückenden Feinde mit Verlusten in die Stadt zurück undbegann dann sogleich die Vorbereitungen zur Belagerung.
Hieraus geht hervor, dass beide Pompejus sehr nachlässig, die Be-wohner aber von Corduba und Ulia gegen sie und für Cäsar waren. Aufdie Kunde von Cäsar's Herannahen gerieth Sextus Pompejus sehr inSorge und rief seinen Bruder zur Hülfe herbei, der auch die Belagerungvon Ulia aufhob (es war dies schon Ende 46 nach altem, oder Ende Octo-ber nach julianischem Kalender).
Am Bätis eingetroffen, war Cäsar genöthigt, eine Brücke aufBöcken **) über denselben zu schlagen und diese mit seinem Lager durchVerschanzungen zu verbinden. Die weiteren hier vorgefallenen Kriegs-ereignisse erzählt Hirtius Pansa in so unverständlicher und sich wider-
*) Nach anderer Lesart zwölf Cohorten und ebensoviel Türmen Eeiterei.
Anmerkung des Uebersetzers.**) Hirtius Pansa sagt, die Brücke sei über mit Steinen angefüllte Körbe gelegtworden. Anmerkung des Uebersetzers.