44. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 279
zu Juba's Reiche hin, Cäsar aber bestimmte seiner Flotte und Armee alsSammelpunkt die Strecke vom Mercurius-Cap (heute Cap Bon) bis zurgrossen Syrte, wo die ganze Küste von feindlichen Schiffen frei war undfeindliche Geschwader zu dieser Jahreszeit gar nicht kreuzen konnten.Aber die Flotte Cäsar's ward durch einen Sturm zerstreut und nördlichvom Mercurius-Vorgebirge verschlagen, sie konnte sich erst später undnach und nach wieder zusammen finden.«
Die Landung Cäsar's war, wie die Ueberfahrt, ein ausserordentlichkühnes ja verwegenes Unternehmen und würde möglicher Weise erfolg-los geblieben sein, wenn auf diesem Punkte nicht Considius, sondernLabienus dem Cäsar gegenüber gestanden hätte. Aber das kühne Wag-niss Cäsar's war zugleich mit Umsicht und Vorsicht gepaart, nicht alleinbei der Landung, sondern auch während der ganzen Dauer des Aufent-halts bei Ruspina bis zu dem Kampfe mit Labienus gelegentlich desRückmarsches von Zeta*).
Nichtsdestoweniger war Cäsar's Lage während eines ganzen Mo-nats naeh der Ausschiffung sehr gefährdet und kritisch, und er verdankteseine Rettung nur den kunstvollen Verschanzungen und der Ohnmachtder Angriffswaffen bei einem gewaltsamen Angriff auf solche Werke.Vier Tage nach der Ausschiffung legt Cäsar, obgleich er nur erst sehrwenig Truppen hat (kaum 4000 Mann), dennoch Besatzungen in die bei-den einzigen Städte (Ruspina und Leptis), welche er an diesem Ufer be-sass, und geht dann, um dem Labienus auszuweichen, mit seinen Cohor-ten in See,-seine Flotte aufzusuchen, von der indessen ein grosserTheil gerade zur selben Zeit zu ihm stösst **).
In dem Treffen mit Labienus einige Zeit nachher erlitt Cäsar augen-scheinlich eine Schlappe, trotz der Versicherung vom Gegentheil beiHirtius Pansa. Labienus wandte dabei die Kampfart der Parther gegenCrassus an, nicht mit der blanken Waffe, sondern mit Wurfwaffen; diein deren Handhabung sehr gewandten, geschwinden und tapfern irregu-lären Truppen zu Fuss und zu Pferde verschafften dem Labienus dadurchstets Vortheile und Erfolge gegen die in geschlossener Ordnung fechten-den regulären Truppen ***).
Die Manöver Cäsar's, um den Gegner von den Bergen herab in dieEbene zu locken, und sein Unternehmen gegen Ucita sind jedenfallshöchst kunstreich und verständlich. Ganz unbegreiflich sind für uns nurdie häufigen, fast ununterbrochenen ungeheuren fortificatorischen Arbei-ten Cäsar's. um so mehr, als er deren Nachtheile wie Vorzüge schon inHispanien und Griechenland hinlänglich kennen zu lernen Gelegenheitgehabt hatte. Seine Expedition zur See von Leptis nach Hadrumetum
Lossau. — **) Napoleon I. — ***) Napoleon I.