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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u.Pompejus (4945 v.Chr.). 263

er besass ausserdem noch eine Menge Soldaten und führte nun drei Legio-nen, 800 Mann schwerer Reiterei, eine grosse Anzahl irregulärer Trup-pen zu Fuss und zu Pferde, und 30 Elephanten dem Scipio zu. Am fol-genden Tage rückten Scipio und Juba aus dem Lager, Cäsar aber bliebin dem seinen, denn er sann nicht auf Kampf, sondern darauf, wie ersich alier die Ebene umgrenzenden Hügel bemächtigen könne. Er würdesich dadurch viele Vortheile verschafft haben : 1) hätte er die auf diesenHügeln stehenden feindlichen Cavallerie-Vorposten verjagt, welche ihmdas Wasserholen aus der Ebene erschwerten; 2) den Feind verhindert,seine (Cäsar's) linke Flanke bei einem Angriff auf der Ebene zu um-fassen; 3) konnte er dann jenseits der Hügel weiter ins Land vordringen,und endlich 4) den Feind in seinem Lager so bedrängen , dass derselbeweder in Ruhe auf der Stelle stehen bleiben noch sich zurückziehenkonnte. Diese Ziele hielt, seinen Recognoscirungen zufolge, Cäsar fürerreichbar durch Herstellung neuer Verschanzungslinien und Werke,und er beschloss daher seine befestigte Linie noch weiter nach links aus-zudehnen. Dort aber befand sich eine Unterbrechung der Hügelkette, eslag eine Einsenkung zwischen zwei Hügeln, jenseits derselben aber hatteScipio auf einer hohen Kuppe eine starke Abtheilung Fussvolk und nu-midische Reiterei postirt, während Labienus in der Einsenkung einenHinterhalt gelegt hatte, um Cäsar zu überfallen, wenn er zum Angriffgegen die Kuppe vorginge. Allein Cäsar's Reiter entdeckten dies Ver-steck, die darin befindlichen Truppen fingen an sich auf die Kuppe zu-rückzuziehen und wurden durch Cäsar's Reiterei heftig verfolgt. DieNumidier wandten sich zur Flucht, behinderten ihr Fussvolk an der Ge-genwehr und rissen es mit sich fort. Cäsar schickte Fussvolk hinter derCavallerie drein, verstärkte es noch durch einige Cohorten aus demLager, führte auf dem in Besitz genommenen Berge eine detachirte ge-schlossene Schanze auf und legte eine Besatzung hinein.

Aber noch war Scipio im Besitz von Ucita und folglich von derEbene. Cäsar beschloss daher vermittelst zweier langer verschanzterLinien an Ucita heranzugehen und es zu belagern. Abermals griff eralso zu jenen ungeheuren fortificatorischen Arbeiten, welche überhauptzu jener Zeit so häufig, und durch Cäsar insbesondere in allen Ländernausgeführt wurden, in denen er Krieg führte. Ausserdem dass dies imGeiste der damaligen Art der Kriegführung lag, hatte Cäsar in dem vor-liegenden Falle gegenüber dem an Kräften überlegenen Gegner es fürunerlässlich gehalten, um, indem er den Feind einengte, zugleich sichmöglichst zu sichern, mit einem Worte, um defensiv- offensiv zu verfah-ren bis sich eine günstige Gelegenheit zum Uebergang zu entschiedenerOffensive finden würde.

Demgemäss Hess er in der folgenden Nacht nach rechts eine ausge-