264 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augnstus (323—30 v. Chr.).
dehnte Verschanzungshnie vom Fusse der Hügel aufwerfen, längswelcher seine erste Querlinie aufgeführt war. Bis zum Morgen war siefertig und standen die Truppen des rechten Flügels der Armee schondarin. Scipio rückte aus seinem Lager, machte aber vor Ucita Halt. Inder nächstfolgenden Nacht baute Cäsar auch nach links hin die gleicheLinie und führte am Morgen seinen linken Flügel in dieselbe. Währenddessen fielen zwischen der beiderseitigen Reiterei täglich mehr oder we-niger bedeutende Scharmützel vor, in welchen der Erfolg fast immer aufGäsar's Seite blieb. Seine Cavallerie war zwar an Zahl schwächer, aberweit besser ausgebildet, geführt und verwendet, als die zahlreiche desScipio, welche weder dieser selbst, noch Labienus, noch die Unterbe-fehlshaber so zu führen wussten, wie es sein musste. In einem der be-deutenderen von diesen Gefechten hatte Scipio's Cavallerie zuerst die desCäsar zurückgeworfen, dann aber war sie von dieser Letzteren, welchedurch Fussvolk unterstützt wurde, zurückgedrängt und geschlagen wor-den und erlitt grosse Verluste. Dadurch wurde Scipio noch vorsichtiger,umsomehr, als er erfuhr, dass neue Verstärkungen bei Cäsar einge-troffen seien.
Es waren dies die neunte und zehnte Legion, welche aus Sicilienkommend im Hafen von Ruspina eingelaufen waren. Nach ihrer Aus-schiffung liess Cäsar sie Revue passiren in Gegenwart aller Tribunenund Centurionen des Heeres, setzte ohne Gerichtsspruch zwei Tribunenund drei Centurionen der zehnten Legion ab (diese früher von ihm sobevorzugte Legion hatte wegen ihrer Meuterei zu Rom sich sein höchstesMissfallen zugezogen) und schickte die Abgesetzten aus dem Heere undaus Afrika fort. Dieses Beispiel von Strenge beweist, welche Macht dierömischen Feldherren in den republikanischen Armeen zu dieser Zeit nochbesassen.
Nach der Vereinigung der neunten und zehnten Legion mit Cäsarwaren die Kräfte auf beiden Seiten ziemlich gleich: Scipio hatte nurmehr leichte Truppen und eine Legion mehr als Cäsar, der Letztere abererwartete noch zwei Legionen aus Sicilien, während Juba in Folge vonUnruhen und Aufruhr in Numidien sechs Cohorten dorthin entsendenmusste.
Während dessen waren die beiden parallelen langen Befestigungs-linien Cäsar's schon bis auf einen Bogenschuss an die Mauern von Ucitaheran vollendet, nach Seiten dieser Stadt hin mit Querlinien verbundenund durch fünf Legionen aus dem grossen Lager besetzt. Es ist hierbeibemerkens- und bewundernswerth, wie Cäsar seine Armee auf einem soweiten Raum vertheilte, ohnejedoch dem Scipio Gelegenheit zu einem An-griff auf irgend welchem schwachen Punkte zugeben. Dies erklärt sich aberleicht aus der ungewöhnlichen Thätigkeit, Vorsicht und Umsicht Cäsar's,