262 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
hatte Scipio's Cavallerie-Piket gestanden, der andere lag diesem gegen-über. Sobald Labienus mit seiner Cavallerie in diese Senkung herab-stieg und mit der linken Flanke an dem Gehöft vorbeiging, warf sichCäsar's Reiterei demselben in Flanke und Rücken und brachte sie inUnordnung, die sich auch der übrigen Cavallerie des Labienus mittheilte,sodass diese ganze Cavallerie, Labienus selbst dabei, sich auf ihr Fuss-volk zurück wendete. Dieses Letztere verlor, als es dies sah, alle Lustzum Kampfe und zog sich eiligst, oder besser gesagt, floh in das Lagerzurück.
Dieser so erfolgreiche Anfang der Angriffs Operationen Cäsar's ver-schaffte dem Letzteren grosse Vortheile und ein moralisches Ueberge-wicht. Er hatte die Ebene erreicht und die ganze Armee Scipio's inSchreck und Verwirrung gebracht. Demnächst führte er seine Truppenin das neue Lager oder die verschanzte Linie, welche bald vollständig-fertig wurde, 6000 Schritt lang war und die Verbindung mit Ruspinaund Leptis vollkommen deckte und sicherte. Indem er diese Stellungeinnahm, bedrohte er schon die Armee Scipio's.
Am andern Tage führte er sein Heer aus der Verschanzungslinie.stieg in Schlachtordnung in die Ebene hinab und rückte gerade gegenUcita vor, um zu sehen was Scipio nach dem gestrigen Gefecht thunwerde, und um sich womöglich der Stadt Ucita zu bemächtigen, an dieer bis auf 1000 Schritte herangekommen war.
Scipio rückte ihm entgegen, seine Cavallerie in der ersten Linie rdas Fussvolk dahinter in drei Linien, wodurch er sich der Möglichkeitberaubte, Cäsar auf beiden Flügeln zu umfassen. Beide Heere bliebensich so gegenüber bis zum Abend stehen, Ucita zwischen sich. Es kannsein, dass Scipio seine Truppen nicht für sehr zuverlässig hielt, und dass-Cäsar es nicht vortheilhaft erachtete, an der vom Feinde besetzten Stadtvorbeizugehen und den Letzteren mit Truppen anzugreifen, welchedurch Märsche und Arbeiten ermüdet waren und an diesem Tage nochNichts gegessen hatten. Mit Sonnenuntergang kehrten beide Armeen inihre Lager zurück.
Um dieselbe Zeit war Considius gezwungen, auf die Belagerung derStadt Acilla zu verzichten und trat in ungeschickter Weise und mit Ver-lust seinen Rückzug an.
Drei Tage nach dem Abmarsch von Cäsar's Heer von Ruspina (umden4. December nach julianischem Kalender) hatte es in der Nacht durchheftigen Sturm und Hagelwetter sehr zu leiden. Das hinderte die Arbei-ten und Unternehmungen für mehrere Tage, und dazu kam noch einanderer für Cäsar ungünstiger Umstand, nämlich das Eintreffen Juba'smit einer grossen Truppenzahl bei Scipio. Der Einfall des Bocchus inNumidien hatte zwar einen Theil der Streitkräfte Juba's abgezogen, aber