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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter'm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4945 v. Chr.). 261

§. 316.Offensivaetionen Cäsar's in Afrika bei Ruspina und Ueita.

Die Ankunft von Verstärkungen setzte Cäsar in den Stand zu An-griffsoperationen überzugehen, obgleich er noch immer schwächer warals Scipio. Wichtiger als Alles war für ihn der Besitz der Ebene, aufwelcher Scipio sein Lager aufgeschlagen hatte, der somit Ruspina undCäsar's Lager umgehen und dem Letzteren die Verbindung nach Leptisund mit dem Innern des Landes sowie alle Bewegungen sehr erschwerenkonnte. Die Küste, an welcher Ruspina und Leptis lagen, dehnte sichvon Nord nach Süd aus, sodass bei Cäsar's Stellung mit der rechtenFlanke am Meere, mit der linken gegen Ruspina die bezeichnete Ebenenördlich von ihm lag. Sie war bogenförmig von Hügeln umschlossen,die nördlich von Ruspina am Meere beginnend sich auf 1 Meile Ausdeh-nung (l ] / 4 Kilometer) wieder ans Meer anschlössen, gerade da, woScipio sein Lager aufgeschlagen hatte, mit einer auf die Mitte des Bo-gens, den die Hügel bildeten, gegen Westen vorgeschobenen Cavallerie-wache. Auf der Mitte der Ebene selbst, einige 1000 Schritte vor Scipio'sLager stand die durch Scipio stark besetzte Stadt Ucita.

Unter Zurücklassung der zwei frisch eingetroffenen Legionen imLager brach Cäsar mit allen übrigen Truppen und der Cavallerie Nachtsiu grösster Stille auf, den linken Flügel voraus, und ging durch Ruspinaund längs der Hügel nördlich derselben so weit, bis die an der Tete mar-schirende Cavallerie des linken Flügels sich dem oben bezeichnetenCavallerie-Piket Scipio's genähert hatte. Hier Hess er diese Cavalleriehalten, die Infanterie aber musste sofort längs des Kammes der Hügel-kette eine Verschanzungslinie aufwerfen.

Als es hell wurde, gerieth Scipio's Lager in Bewegung und Scipiostellte seine Krieger in Schlachtordnung, so aber, dass seine Cavallerievorging, denn mit ihr wollte er den ersten Angriff ausführen, wahr-scheinlich um Cäsar's Armee unvermuthet zu überfallen, die er durchden Nachtmarsch und die Arbeiten an der Verschanzungslinie ermüdetglaubte. Labienus übernahm die Führung der Cavallerie, das Fussvolkblieb dahinter auf der Stelle halten.

Ohne die Arbeit zu unterbrechen, befahl Cäsar zur selben Zeit denAngriff auf den Cavallerie-Wachtposten, welcher rasch vertriebenwurde. Labienus eilte mit seiner Teten-Reiterei demselben zu Hülfeund kam dadurch von seiner übrigen Cavallerie ab. Inzwischen hatteCäsar seine Reiter hinter ein kleines Gehöft in Hinterhalt gelegt, wel-ches in einer Einsenkung zwischen zwei Hügeln lag; auf dem einen