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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter rüm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar ü. Pompejus (4945 v. Chr.). 257

Voraus marschirte Labienus mit einem Tlieil des Fussvolks , 1600 gal-lischen und 8000 numidischen Reitern, ihm folgten Petrejus, Afra-nius u. s. w. Die ganze Armee Scipio's bestand aus 40,000 Mannschweren und leichten Fussvolks, einer grossen Anzahl Bogenschützenund Schleuderer, die Labienus nach der Schlacht bei Pharsalus nachAfrika geführt hatte, und ausserdem aus 1100 Reitern des Petrejus, imGanzen also über 50,000 Mann. Labienus hatte schon prophezeit, dassCäsar das Schicksal des Curio ereilen werde, und so heimlich hatte ei-serne Bewegung auszuführen gewusst, dass Cäsar Nichts davon erfah-ren , seine Fouragirung noch nicht begonnen hatte, ja kaum 1 / i Meilevon seinem Lager entfernt war, als er von seiner Vorhut die Meldungvon der Annäherung des Feindes erhielt. Das Terrain, auf welchem ersich befand, bildete eine von Bergen umschlossene Ebene. Er glaubtenur die numidische Reiterei vor sich zu haben und wollte seinen Marschfortsetzen, Hess daher nur seiner Reiterei im Lager und einigen hundertBogenschützen den Befehl zugehen, zu ihm zu stossen. Als er selbstaber den Feind erblickte und seine Stärke erkannte, Hess er seine Cohor-ten halten und bereitete sich zum Kampfe. Labienus entwickelte seineSchaaren so, dass ihre Linie die der Truppen Cäsar's erheblich an Längeübertraf. Da er die Absicht hatte, die beiden Flanken des Letzteren zuumfassen, so vertheilte er einen. Theil der numidischen Reiter zwischendas Fussvolk, den anderen Theil auf die Flanken mit der schweren Ca-vallerie zusammen, alle Truppengattungen in tiefer Aufstellung.

Cäsar konnte seine Truppen ihrer geringen Anzahl wegen nur ineiner Linie (Treffen) formiren, das Fussvolk in der Mitte, die Reitereiauf den Flügeln, die linke Flanke (bei Labienus ebenso die rechte) an-gelehnt an eine Hügelkette.

. Als beide Theile einander näher kamen, warf sich Cäsar's Fussvolkauf den Feind und drängte die zwischen des Labienus Fussvolk befindlichenNumidier zurück, aber diese machten sogleich wieder Front und gingenvon Neuem zum Angriff über. Inzwischen war auf beiden Flügeln Cä-sar's Cavallerie gezwungen, vor der des Labienus zurückzuweichen undsich dicht an das Fussvolk heran zu schliessen, und alle Truppen Cäsar'süberhaupt mussten nach allen Seiten Front machen um den Kampf fort-zusetzen, der indessen noch nicht zum Handgemenge geworden war.Die Lage Cäsar's war äusserst schwierig und gefahrvoll, denn jedenAugenblick musste er erwarten, vollkommen umfasst zu werden undseine Aufstellung durchbrochen zu sehen. In diesem gefährlichen Mo-mente aber Hess er mit ungewöhnlicher Geistesgegenwart eine Evolutionausführen, welche ihn rettete und den Kampf zu seinen Gunsten ent-schied.

Er befahl nämlich den drei mittleren Gliedern der Cohorten des

GiilHzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,4. 17