256 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
schickte zehn Kriegsschiffe aus, um die übrigen zerstreuten Schiffe auf-zusuchen und sie sicher zu ihm zu bringen. Zugleich traf er strengeAnordnungen, dass seine Soldaten unter keinen Umständen das Lagerverlassen und ins Land gehen durften. Als die Ausschiffung ganz be-endet war, schickte er einige Schiffe nach Sardinien und in die benach-barten Provinzen mit dem Befehl an die Statthalter, dass sie ihm unver-züglich Truppen und Lebensmittel schicken sollten; andere sandte ernach Sicilien, um weitere Truppen herüberzuholen; dem Prätor Sallu-stius Crispus endlich trug er auf, sich der feindlichen Magazine auf derInsel Cercina zu bemächtigen. Dies Alles musste seinem Befehle gemässmit grösstem Eifer, Eile und Pünktlichkeit ausgeführt werden. Er selbstbeschloss Leptis und Ruspina zu besetzen, und sie im Falle der Noth biszum Eintreffen der ganzen Flotte zu vertheidigen. Scipio stand, wie erwusste, noch in Utica, 24 Meilen (35 Kilometer) von ihm entfernt.
Unter Zurücklassung des Sarsena mit sechs Cohorten in Leptis, be-setzte Cäsar mit den übrigen Truppen (9000 Mann) Ruspina und führte amfolgenden Tage eine grosse Fouragirung aus, in Folge deren er einegrosse Menge' Korn und Heu in die Stadt brachte.
Er war indessen doch um die übrigen Schiffe seiner Flotte sehr be-sorgt, Hess den P.. Sarsena (Bruder des in Leptis zurückgelassenen) inRuspina stehen und brach selbst mit sieben Cohorten auserlesener Ve-teranen zu einem Hafen in der Nähe auf, wo er des Abends sich heim-lich einschiffte, um diese Schiffe aufzusuchen. Zum Glück für ihn tra-fen aber alle diese Schiffe, mit Ausnahme einiger wenigen, anderenTages in Ruspina ein. Die von ihnen ausgeschifften Truppen führteCäsar ungesäumt nach Ruspina und befahl ihnen die Errichtung einesverschanzten Lagers zwischen der Stadt und dem Meere. Wenn er einer-seits durch die Vereinigung seiner Schiffe und Truppen beruhigt war, somachte doch deren Verpflegung ihm viele Sorge und Mühe. Das Landwar ringsum durch die feindliche irreguläre Cavallerie ausgesogen, undZufuhren zur See machte die Jahreszeit sehr schwierig. Die LageCäsar's war daher zwar besser als vordem, aber noch keineswegs ge-sichert.
Sobald das Lager vollkommen befestigt und von den Truppen be-zogen war, führte Cäsar abermals mit 30 Cohorten eine grosse Fouragi-rung aus. Diesmal aber vertrat ihm der Feind höchst unerwartet denWeg.
Scipio hatte auf die Nachricht von Cäsar's Landung, die ihm Consi-dius schickte, sogleich seine Armee [zu sammeln begonnen, aber erstnach drei Tagen war er damit zu Stande gekommen, da sie auf einerweiten Landstrecke vertheilt war und von dem Punkte, wo sie zusam-mengezogen wurde, noch etwa 20 Meilen (28 Kilometer) zu machen hatte.