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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Ciisar u. Pompejus (4945 v. Chr.). 255

Geschwader schriftliche Befehle mitgegeben, wohin sie sich wenden soll-ten, weil er selbst nicht wusste, wo der Feind an der afrikanischenKüste stand, und daher keinen allgemeinen Sammelpunkt für sie anzu-geben vermochte. Endlich erhob sich indessen ein günstiger Wind, undnach vier Tagen erblickte Cäsar das Vorgebirge Taphitis, südöstlichvom Mercurius-Vorgebirge. Er hielt es indessen nicht für klug hier zulanden, und wandte sich längs des Ufers nach Süden, wo er zu guter Zeitdem Hafen des Hercules oder Hadrumetum gegenüber vor Anker ging,um seine Schiffe dort wieder zu sammeln. Da er bei einer Recognosci-rung des Ufers keinen Feindan demselben vorfand, so beschlosser hier zu landen. Er hatte im Ganzen nur 3000 Mann zu Fuss und150 Mann zu Pferde bei sich, die auch glücklich ausgeschifft wurden,obgleich jn Hadrumetum zwei Scipionische Legionen (10,000 Mann) unterdem Befehl des Considius standen und bald nachher Cnejus Piso mit3000 Mauren und städtischer Cavallerie am Ufer erschien. Cäsar schlugsein Lager Hadrumetum gegenüber auf und verschanzte es, ohne vomFeinde irgend belästigt zu werden. Er nahm darauf persönlich eine Re-cognoscirung der Gegend um Hadrumetum vor, Considius aber griff nichtnur Cäsar's Truppen nicht an, sondern trafselberVertheidigungsanstalten,vcrmuthlich da er jene an Zahl weit überlegen wähnte. Das waren dieGegner, welche sich Cäsar bei seinem ersten Schritte in Afrika entgegen-stellten ! Nichts desto weniger blieb die Landung Cäsar's ein sehr ge-wagtes Unternehmen und war seine Lage sehr schwierig, ja gefahrvoll,namentlich während der ersten Nacht nach der Ausschiffung. Noch warkeins der Schiffe seiner zersprengten Flotte sichtbar. Aber trotz alledemmusste er einen sicheren Hafen und Zufluchtsort für seine Flotte habenund er beschloss daher längs des Ufers weiter nach Süden zu marschireu,in der Hoffnung, dass er dort ihm ergebene Städte und weniger feind-liche Truppen finden werde. Considius rückte aus Hadrumetum ab undfolgte ihm mit Fussvolk und Reiterei. Cäsar machte Halt, seine vorge-schickte Cavallerie-warf die mauretanische zurück, sodass Considiusnach Hadrumetum zurückging und Cäsar seinen Marsch fortsetzenkonnte. Viele Städte und Dörfer versorgten ihn mit Lebensmitteln undversicherten ihm ihre Treue. Am 2. Januar 46 nach römischem Kalenderoder 15. October 47 nach heutigem kam er bis zur Stadt Leptis, zweiMeilen (ungefähr drei Werst oder Kilometer) von der Stadt Ruspina. DieStadt Leptis war nicht vom Feinde besetzt und die Einwohner empfingenCäsar sehr freundlich. Der Letztere bezog ein Lager nahe der Stadt undhier erschien endlich der grösste Theil der Transportschiffe nebst eini-gen Kriegsschiffen mit der Nachricht, dass die übrigen Schiffe sichwahrscheinlich nach Utica gewandt hätten, um ihn dort zu suchen. InFolge dessen entschloss er sich, nicht vom Meeresufer weg zu gehen und