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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter rüra. Bürgerkrieg zwischen Cäsar xi.Pompejus (4945 v. Chr.). 253

Erstarkung in Afrika hatten die Niederlage .bei Pharsalus aus ihrem Ge-dächtniss verwischt, und noch hätte das Schicksal der römischen Repu-blik sich ändern können, wenn der Gegner der Pompejaner nicht Cäsargewesen wäre, und wenn dem Cäsar nicht Scipio gegenüber gestandenhätte, der Träger eines grossen Namens, aber ohne alle militärische Be-gabung. Mit diesen an Zahl so überlegenen Streitkräften zu Lande undzur See, welche er zur Verfügung hatte, konnte er mit Erfolg und Nutzennach Sicilieu übersetzen und von da nach Italien gehen, während Cäsarsich in Alexandria und Klein-Asien befand. Dadurch würde Scipio ihmviel Abbruch gethan, ihm sogar die Ueberfahrt nach Afrika unmöglichund zugleich dieses Land, das des Scipio Hauptoperationsbasis bildete,unangreifbar gemacht haben. Statt dessen hatte er, wie alle seine Ge-fährten, seine Lage in Bezug auf Cäsar und den römischen Staat falschaufgefasst und aus seiner unrichtigen Vorstellung heraus eiu ganz ent-gegengesetztes Verfahren eingeschlagen, nämlich sich in Afrika aufder Defensive gehalten. Scipio beabsichtigte hierbei zweierlei:1) Cäsar aller Mittel zum Unterhalte im offenen Felde zu berauben, fürsich selbst aber Vorräthe von Lebensmitteln in den Städten aufzuspei-chern , und 2) alle Seestädte in Vertheidigungsstand zu setzen. Dazuhätte er aber beständig das Meer beherrschen und dem Cäsar alle Zufuh-ren auf demselben abschneiden müssen. Alle Seestädte in Vertheidi-gungsstand zu setzen war ausserdem fast unmöglich, es würde Scipio'sKräfte auch nur zersplittert haben. Ein grosser Theil dieser Seestädte,besonders Utica. war überdies dem Cäsar ergeben. Scipio hatte nichteinmal für Stellung von Geiseln als Bürgen für die Treue der Städte ge-sorgt. Die Massregeln, welche Scipio ergriff, waren daher nur dürftige,unentschiedene, halbe, die einem Gegner wie Cäsar gegenüber keinenbesondern Erfolg versprachen. Dasselbe gilt auch von der Vertheilungder Truppen durch Scipio. Mit der Hauptmacht stellte er sich in derUmgegend von Utica auf, d. h. in der Mitte des Landes, welches er ver-theidigen wollte, und durch diese Stellung sicherte er seine Magazine.Viele starke besondere Corps unter den Befehlen der Legaten Afranius,Petrejus und Anderer vertheilte er an der Meeresküste, sodass sie inVerbindung unter einander standen und im Nothfall sich vereinigenkonnten. Ausserdem beobachtete die ganze leichte Reiterei die Küstenauf deren ganzer Ausdehnung. Diese Art der Aufstellung «einer Kräftewar an sich ganz zweckentsprechend und würde genügt haben, wenndie leichte Reiterei ihren Beobachtungsdienst längs der Küste mit gröss-ter Wachsamkeit gethan hätte, und wenn überhaupt der Kundschafter-und Sicherheitsdienst in strengster Weise durchgeführt worden wäre.Die Folge zeigte aber, dass es gerade hieran sehr gefehlt hatte. Zudemhatte Scipio seine Flotte, in mehrere Geschwader getheilt und nur das