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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
Seite
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236 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

mit seinen vier Schiffen zuerst die mittlere Strasse zu passiren, und führtees so kühn, geschickt und pünktlich aus, dass er dadurch der gesamni-ten Flotte Cäsar's den Eingang in den alten Hafen erschloss. Sofortgriff nun Cäsar nachdrücklich und entschlossen die ägyptische Flotte an,und trotz ihrer numerischen Ueberlegenheit und der geschickten Füh-rung und Erfahrung ihrer Matrosen erfocht er nach hartnäckigemKampfe einen vollständigen Sieg über sie, nahm zwei grosse Schiffe wegund versenkte zwei andere grosse; die übrigen retteten sich an die Uferdes Hafens unter den Schutz der Dämme und der auf den Dächern derHäuser postirten Bogenschützen.

Nachdem er diesen Sieg errungen, beschloss Cäsar sich der ganzenInsel, auf der er nur den Thurm mit dem Leuchtfeuer besetzt hatte,sowie des Dammes zu bemächtigen, welcher sie mit der Stadt verband.Dies führte zu einem hitzigen Gefechte auf Damm und Insel: Cäsarfasste auf beiden Fuss und machte 600 Gefangene. Aber die Aegypterbehielten den der Stadt zunächst gelegenen Theil des Dammes in Hän-den, nebst dem festen Schloss an dem der Stadt zugekehrten Ende des-selben. Mehrere Versuche Cäsar's auch diese Punkte zu nehmen wurdenmit grossem Verluste für ihn abgeschlagen, er selber wäre hierbei fastim Meer ertrunken. Das Schiff, auf welchem er sich befand, nahm s©viele Flüchtige auf, dass es sank, und er musste sich schwimmend nachentfernter liegenden Schiffen retten, die er glücklich erreichte*). DieserUnfall aber lähmte den Muth seiner Soldaten keineswegs, sondernerhöhte ihn nur noch, und hatte überhaupt keinerlei nachtheilige Folgenfür Cäsar.

Bald darauf erschienen bei Cäsar Gesandte aus der Stadt mit derBitte seitens des Volkes, dass er den König Ptolemäns ihnen heraus-geben solle, wobei sie versprachen, sich der Entscheidung des Letzte-ren unterwerfen zu wollen, wie diese auch ausfalle. Obgleich Cäsar dieVerschlagenheit und Arglist der Aegypter sehr wohl kannte, so. gab erdoch ihrer Bitte nach in der Hoffnung, dass Ptolemäus sie zur Unter-werfung bewegen werde, eine Hoffnung, die allerdings, wie die Folgees auch zeigte, sehr unbegründet war. Der junge Ptolemäus wollte erstsich gar nicht von Cäsar trennen und versicherte ihm unter Thränenseine Ergebenheit, endlich aber gab er nach, und kaum war er bei denSeinen, so Hess er seiner feindseligen Gesinnung gegen die Römer undCäsar freien Lauf**).

*) Plutarch erzählt, dass Cäsar bei dieser Gelegenheit mehrere Schreiben inder Hand gehabt habe, die er nicht fahren lassen wollte, sodass er sich nur miteiner Hand schwimmend über Wasser hielt. Anmerkung des Ucbersetzers.

**) Cäsar sagt, dass Ptolemäus ihm den Wunsch und die Hoffnung ausgespro-chen habe, den Aufstand in Alexandria zu dämpfen und damit dem Kriege ein Ende