43. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar ü. Pompejus (49—45 v. Chr.). 237
Die Aegypter sahen bald ein, dass sie durch die Rückkehr desPtolemäus zu ihnen Nichts gewonnen hatten. Bald hörten sie auch noch,dass starke Verstärkungen für Cäsar unterwegs seien. Um diesen aufdem Meere entgegen zu treten und sie nicht bis zu Cäsar gelangen zulassen, schickten sie ihre Flotte, die sie abermals inzwischen vermehrtund neu ausgerüstet hatten, nach Canopus, auf der Ehede des heutigenAbukir. Die cäsarische Flotte unter ihrem Befehlshaber Nero eilte dort-hin, und es entspann sich ein neuer, übrigens unentschiedener Kampf,in welchem der tapfere Euphranor ums Leben kam.
§. 306.
Ankunft des Mithridates von Pergamum mit Truppen; Schlachtam Nil; Uebergabe von Alexandria an Cäsar und Ende des Krieges.
Acht Monate schon (von Mitte August 48 bis Mitte April des Jahres47) führte Cäsar diesen nicht glücklichen Krieg, in den er so unerwartetund wider seinen Willen verwickelt worden war, als endlich Mithrida-tes von Pergamum mit den von ihm in Kleinasien zusammengebrachtenTruppen (deren Stärke unbekannt ist) bei Pelusium anlangte, einer ander Grenze von Syrien belegenen ägyptischen Festung, die für denSchlüssel vonAegypten gehalten wurde. Mithridates griff sie anund erstürmte sie und eilte dann in Geschwindmärschen nach Memphis,wo er nach sieben Tagen eintraf, und von hier weiter Nil abwärts aufdem linken Ufer nach Alexandria. Hirtius Pansa erzählt, dass Mithrida-tes von Pelusium nach Alexandrien gezogen, Ptolemäus aber und Cäsarauf die Kunde hiervon ihm entgegen gerückt seien, indem sie zu glei-cher Zeit von Alexandria aufbrachen, auf welchen Wegen und in wel-cher Weise, das klärt Hirtius Pansa nicht auf. Unzweifelhaft liess Pto-lemäus einen Theil seiner Truppen vor Alexandria gegen Cäsar stehenund ging selbst mit der Hauptmacht dem Mithridates entgegen. In wel-cher Weise aber der in Alexandria eingeschlossene Cäsar gleichfalls demMithridates entgegen ziehen konnte, das ist unbegreiflich. Napoleon!.,
zu machen. Aber da kann man ebensowenig dem Cäsar Glauben schenken, wie erdem Ptolemäus. Turpin de Criss6 nimmt an, und das ist nicht unwahrscheinlich,dass Cleopatra um diese Zeit schon heimlich in Alexandria eingetroffen sei, um per-sönlich ihre Angelegenheiten bei Cäsar zu betreiben, und dass Cäsar den Ptolemäusnur in der Absicht frei gegeben habe, um seinen Schutz der Cleopatra voll ange-deihen lassen zu können, da er im Voraus überzeugt war, dass Ptolemäus sein Wortnicht halten werde. Mit einem Wort, Cäsar war bei dieser Gelegenheit nicht weni-ger listig als Ptolemäus.